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ROM.
JOHANN MARTIN WAGNER,
geboren 1778 in Würzburg, wo sein Vater Hofbildhauer war, seit 1815Generalsecretair der K. B. Akademie der Künste in München, jedoch mitUrlaub auf unbestimmte Zeit, der ihm einen dauernden Aufenthalt in Romgestattet. Gebildet unter Füger auf der Wiener Akademie, gewann er dort1803 den ersten Preis für ein Gemälde (Äneas, der die Venus um den Wegnach Karthago befragt), und kurz darauf für eine Zeichnung (Ulysses,der den Polyphem belauscht) den gleichen Preis bei den WeimarischenKunstfreunden. In Schleifsheim befinden sich zwei grofse Gemälde vonihm, die er kurz nach seiner Ankunft in Rom 1805 gemalt: die Helden vorTroja (nach dem lOten Gesänge der Ilias), und der Homerische Götter-rath. Diesen Gemälden nach, deren Verdienste weniger in Wärme derDarstellung oder des Colorits, als in sogenannter correcter Zeichnungbestehen, reiht er sich nicht unmittelbar an die genannten Meister an;allein Rom hat seinem Talente bald eine andere Richtung gegeben, zumalseit er sich von der Malerei zur Sculptur gewendet, zu der er entschie-denen Beruf hat, wie schon aus den von Ruscheweyh gestochenen Zeich-nungen zu Schillers Eleusischem Feste von ihm und den Reliefs in derneuen Reitschule zu München, dem Kampfe der Centauren und Lapithen,ersichtlich ist.
In Rom, das er aufs genauste durchforscht, und während seines zwei-maligen Aufenthaltes in Griechenland, hat er sich eine umfafsende Kennt-nis des Alterthums erworben, und gilt (zumal seit seinem »Bericht über dieÄginetischen Kunstwerke, Tübingen 1817«) für den gelehrtesten Künstlerunserer Tage, für einen der gründlichsten Kenner der Kunst bei den Grie-chen und Römern. Als solcher besitzt er das Vertrauen des Königs vonBayern, und hat demselben bei vielen bedeutenden Ankäufen für die Glyp-tothek, z. B. den Ägineten n. s. w., die wichtigsten Dienste geleistet. Sein