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DEUTSCHE KUNST.
ganzen künstlerischen Bedeutung nach, müfsen wir in ihm den Göthe derneueren Sculptur erkennen.
Noch einer Gattung Werke gedenken wir, die weder der Natur im oben-angedeuteten Sinne, noch der Poesie, wenigstens nicht allein, angehören,der Bildnisse nämlich und Bildnisstatuen. Hier gilt es nicht, eine unbe-fangene Natürlichkeit, sondern eine, meistentheils durch Bildung und Ver-hältnisse aller Art geformte und umgewandelte Individualität mehr oderweniger allgemein zu erfafsen und darzustellen, zum grofsen Theil eineundankbare Aufgabe für jeden Künstler. Von diesen Werken sind unbe-denklich die besten diejenigen, deren lebende Vorbilder dem natürlichenoder dem poetischen Sinn am besten entsprachen. Über seine Auffafsunghistorischer Charaktere sind die Meinungen sehr getheilt, und wohl möchteer hier weder sich überall gleich sein, noch überhaupt die glänzende Seiteseines Genius zeigen. Schliefslich dürfen auch die Leistungen Thorwald-sens, die zwar nicht eigne Schöpfungen, aber nach dem Ausspruch dermeisten Kunstverständigen, die wahre Probe des Genies sind, nämlich dieRestauration der Antiken, nicht unberührt bleiben. Sind auch hier Mis-grifFe unvermeidlich, so hat doch Thorwaldsen bei der Lösung so vielerund der schwierigsten Aufgaben dieser Art einen durchdringenden Verstand,einen klaren Blick in die Absicht des alten Künstlers, aber vor allem indie Weise seiner Formengebung und Technik gezeigt.
Nach diesen Vorbemerkungen, wollen wir einige seiner Werke in derangedeuteten Ordnung betrachten, und nur noch hinzufügen, dafs seineerste Jugendarbeit in Kopenhagen ein ruhender Amor, der Tempelraub desHeliodor, und die Heilung des Lahmen durch Petrus die Aufgaben derAkademie waren, durch deren glückliche Lösung er sich die ersten Prä-mien erwarb.