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ROM.
DARSTEILTJUGEjS" AUS DEM LEBEN UHD DER GESCHICHTE.
Unter diesen mufs vor allen die Statue des Hirtenknaben genannt wer-den, der, den treuen Hund an der Seite, mit der Rechten den angezogenenrechten Fufs, mit der Linken den Hirtenstab haltend, auf einem über einenFelsblock gebreiteten Ziegenfelle sitzt, das umlockte Antlitz unbefangennach der linken Seite sanft geneigt. Wenn uns an der antiken Plastik, wosie sich mit der Darstellung des natürlichen Lebens beschäftigt (wie z. B. beidem Barberinischen Faun in der Münchner Glyptothek), ein unmittelbaresVerständnis desselben, ein Einssein mit der Natur, und also ein Schaffenaus ihr heraus, als das höhe und uns unerreichbare Ziel vor Augen steht,so müfsen wir unserm Künstler zugestehen, dafs er in dieser Statue dem-selben so nahe gekommen, dafs Wenige noch einen Abstand wahrnehmenwerden. Gewiss hat die ganze neuere Plastik nichts, was in ähnlicherWeise unbefangene, ganz anspruchlose Natürlichkeit mit so viel Schönheitund Anmuth der Linien, Bewegungen und Formen verbände, was so zartdie Mitte zwischen dem Idealen und Wirklichen hielte, und was in seinerAusführung so gründlich, so durch und durch vollkommen wäre. — Thor-waldsen modellierte diese Statue um das Jahr 1818, und, wie man erzählt,nach der zufälligen Stellung eines Modells, dessen er sich bei seinem Ga-uymedes bediente. Der Hund dabei ist das Abbild seines eignen, NamensTeverino. Die erste Ausführung in Marmor, die bei dem Einsturz seinesAteliers 1820 einige Beschädigung erlitt, ist im Besitz des Herrn von Krauseauf WeifsdrufT bei Dresden. Ein zweites Exemplar wurde für Lord Crant-ley, ein drittes für Lord Altemann *, ein viertes für den Grafen von Schön-born, ein fünftes für den Etatsrath Donner in Altona in Marmor, ein sech-stes in Bronze (durch Jollage und Hopfgarten in Rom) für den König von
* In der Englischen Pairie kommen diese Namen nicht vor, am ähnlichsten lautend aber sind
die Namen Grantley und Altamount.
Anmerkung des Verfafsers dieses Werkes.