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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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ROM.

schlummernden, aber ihm wohlbewusten Kräfte. Mit einem Jahrgehalt von450 Thalern (auf zwei Jahre) trat er im Sommer 1792 die Reise nach Roman, wo er im September eintraf.

Zuerst war es Michel-Angelo, dessen grofser Genius den seinigen mitAllgewalt anzog und festhielt: bald aber neigte er sich mehr nach Rafaelhin, in dessen Styl er das Verhältnis der Kunst zur Natur auf ein reineresEbenmaafs gebracht sah, wenigstens in allen Dingen, die nicht durch ihreinwohnende Bedeutung hoch über der Natur stehen. Von den antiken Bild-werken wirkten keine so mächtig auf ihn, als die Kolossen von Monte-Cavallo. Unter den Deutschen Künstlern fand er, wie vorauszusehen war,Keinen auf der von ihm betretenen Bahn, und er sah nicht nur sogleich,dafs er ohne sie auf derselben fortgehen müfse, sondern dafs er auch baldalle zu Gegnern haben würde; worin er sich nicht täuschte, da mit mehroder weniger hellen Augen ein Jeder das aufsteigende Licht und die Gefahrfür die eigene Nichtigkeit erkannte, und diese, was es auch koste, zu ret-ten, oder, wer es aus Blindheit oder Dünkel nicht sah, dem Antriebe dermit Geistesarmut verknüpften Rohheit zu beschimpfen suchte.

Ungestört durch das Geschrei seiner Umgebung, glücklich in der Überein-stimmung mit den alten Meistern, arbeitete Carstens rastlos fort, um nichts be-kümmert, als den reichhaltigen Stoff, der vor ihm lag, richtig zu verwenden.Der Eindruck, den Rom auf ihn gemacht, war gleich an der ersten Zeich-nung, den Argonauten*, sichtbar, die er, bereits in Berlin entworfen, nunmit wesentlichen Veränderungen von Neuem ausführte. Eine viel gedräng-tere Anordnung statt der frühern zerstreuteren, und der reinere, ja grofseStyl der Formen und Verhältnisse zeigten den Künstler plötzlich gereift.

Sein Augenmerk war es nun, der von ihm als wahr erkannten Richtungin der Kunst Anerkennung, sich selbst aber zugleich die Mittel zu ver-schaffen, von der Berliner Akademie unabhängig zu sein. Nach zweijähri-gem Aufenthalt in Rom, im April und Mai 1795, veranstaltete er in seinem

* Im Museum zu Weimar.