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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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DRESDEN.

Freude habe ich das Gegentheil erkannt. Ich sah, dafs, wenn man sichdem Bilde nahe stellt, man alle Retuschen zählen kann; nicht so wie beianderen Restaurationen, wo das Überpinseln keine Grenzen kennt, und wodas Bild, nachdem es schonungslos abgewaschen und abgerieben worden,mit den Restaurationen in Einklang gebracht wird, statt dafs füglich dasFehlende dem Bestehenden angepafst werden müste. Ich rühme mir Pal-maroli, und ziehe seine Restaurationen denen vieler Anderer vor.

Bei dem schönen Coreggio, wo das Kind auf der blauen Wolke mit aus-gespreizten Beinchen sitzt, erkenne ich jede Stelle, die Palmaroli hatausbefsern müfsen; wenn ich mich aber nur ein paar Schritte davon ent-ferne, herrscht überall die vollkommenste Harmonie, und ich erkenne, dafsder Charakter des Meisters glücklich beibehalten worden.

Mancher geübte Restaurateur wird über meine Einfalt ein gezwungenesGelächter, mit Indignation verbunden, aufschlagen, und sagen: »Das ist esja eben, was man zu erzielen sucht, dafs man die Retuschen nicht sieht.«Diese Einwendung kann ich nicht gelten lafsen. Bei manchen Bildern,welche durch unbarmherzige Restaurateurs schon oft mishandelt worden,und nicht mehr anders, als durch Übermalung verbefsert werden können,sind die Grenzen des Restaurations - Eifers und Übermuths nicht zu be-stimmen: aber wenn gesunde Stellen noch vorhanden sind, so mufs mandiese wie ein Heiligthum bewahren, und nicht den Charakter des Meistersseiner vermeinten Virtuosität opfern, oder doch auf's Spiel setzen. Hier-auf würde mancher sagen: »so geschieht es auch«, und ich würde inmeinem Innersten darauf antworten: »Nein leider; es ist nicht immer undnicht überall geschehen.« Somit bleibt der Streit unerledigt; es liegt auchwenig daran, denn was geschehen, ist geschehen: es wird aber diese Be-merkung nicht fruchtlos gewesen sein, wenn sie die Besitzer von Gemäl-den, und Restaurateurs behutsamer macht.