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GESCHICHTSMALER.
der Vermählung des Kaisers Nicolaus, damals noch Grofsfürst von Rufsland,mit der jetzigen Kaiserin bestimmt.
Napoleons Rückkehr von der Insel Elba veranlafste eine neue Unter-brechung der künstlerischen Arbeiten Wachs; aber diesmal führte ihn derFeldzug nach Paris, und er erhielt die Erlaubnis, sich zur Vervollkomm-nung in seiner Kunst dort länger aufzuhalten. Die Empfehlungen, mit de-nen er versehen war, erleichterten ihm den Eintritt in Davids Atelier. Nachder Landesverweisung dieses Letztern betrat Wach das Atelier von Gros.Dieser Zeit gehören zwei seiner Gemälde an, von denen das eine: Chri-stus am Kreuze, in der Garnisonkirche zu Berlin zu sehen ist, und dasandere: ein St. Johannes der Täufer auf der Insel Patmos, dem Königegehört. Auch machte er für Se. Majestät und für den Prinzen WilhelmCopieen von verschiedenen alten Gemälden der Galerie des Louvre.
Nach einem beinahe zweijährigen Aufenthalte in Paris, reiste er im Jahre1817 auf Königliche Kosten nach Italien. Er hielt sich nur kurze Zeit inder Lombardei und im Königreiche Neapel auf, und begab sich zur Fort-setzung seiner Studien nach Rom. In dieser Stadt befanden sich damalsCornelius, Overbeck, Veit, Schnorr, Schadow, Koch, die Chorführer derneuen Deutschen Malerkunst. Diese werden nie ohne Wach und Begas ge-nannt werden. Kaulbach und Lessing stehen an der Spitze eines neuenKünstlergeschlechts. Ich habe schon anderswo gesagt, welcher Geist allediese Maler belebte, welche Grundsätze und welches Bestreben sie hatten.Wach ist, unter ebendenselben Einflüfsen, der nämlichen Richtung gefolgt.
Wach hat in Italien keine grofsen Gemälde ausgeführt, aber viel Studienund Cartons gemacht. Einer der bedeutendsten unter letzteren ist eine sym-bolische Darstellung des wiedervereinten Christenthums. Die Heilige Jung-frau sitzt auf einem Throne, mit dem Jesuskinde auf dem Schoofse, wel-ches das Kreuz auf die Erdkugel pflanzt. Neben dem Throne stehen St. Jo-hannes Chrysostomus, St. Augustin, Luther und St. Georg, der Drachen-tödter. Der andere Carton stellt den Triumph der Himmelskönigin dar;