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GESCHICHTSMALER.
erstere gelangte bald wieder zu ihrem alten Rechte an seinen Geschmackund an seine Neigungen. Er muste auf seine eigenen und auf den Unter-halt einer Mutter und eines Bruders bedacht sein. Hiedurch bewogen, lie-ferte er, im Jahre 1817, Zeichnungen und radirte Blätter zu Almanachenund ähnlichen Büchern; auch Bildnisse malte er damals. Hierauf erhielter den Auftrag, in einem der Säle des neuen Schauspielhauses Scenen ausden berühmtesten Tragödien aller Zeiten zu malen, von denen einige inUmrifsen erschienen sind.
Nun erst konnte sein lebhaftester Wunsch in Erfüllung gehen, nämlicheine Reise nach Italien zu machen, zu welcher ihm der König die Mittelgewährte. Bevor er dieselbe antrat, erhielt er noch den Auftrag, die Bild-nisse derjenigen Personen zu zeichnen, welche an dem grofsen, nach demRoman Lalla Rukh veranstalteten Hoffeste Theil nahmen. Diese Bildnissestellen sämmtliche Personen in ihren verschiedenen Trachten bei diesemFeste dar. Mehrere davon hat er in Öl ausgeführt. Noch war diese Samm-lung nicht ganz vollendet, als er im Jahre 1823 nach Italien abreiste. InRom copirte er die Transfiguration in der Gröfse des Originals. Diese Co-pie befindet sich in der Schlofscapelle zu Charlottenburg. Auch malte ernoch in Rom das grofse Bild von der Samariterin. Dies letzte Werk hängtim Königlichen Schlofse mitten unter vielen andern verschiedenartigen Bil-dern; es fällt in die Augen, ohne dem Geschmack zu genügen, und würdeeine befsere Wirkung machen, wenn es in einer Kirche allein hinge.
Bei seiner Rückkunft nach Berlin im Jahre 1828 ward Hensel Mitgliedder Akademie und Hofmaler, und 1831 zum Professor ernannt. Im Jahre1829 hatte er sich mit einem Fräulein Mendelssohn verheirathet, einerEnkelin des berühmten Moses Mendelssohn, Nichte (mütterlicherseits) desConsuls Bartholdy, der den Künsten in Rom so wichtige Dienste gelei-stet, und Schwester des Componisten. Madame Hensel hat, wie ihr Bru-der, eines der ausgezeichnetesten musikalischen Talente, und sie erfreutdadurch die Berliner Gesellschaft in musikalischen Unterhaltungen, welche
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