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AUSFLUG NACH ITALIEN.
einigermafseu von der Natur begabt ist, viele Schätze schöpfen, und mitFreuden gebe ich mich der Hoffnung hin, dafs Malatesti Tüchtiges leistenwird. Ich habe in seiner Werkstatt das Märterthum des Heiligen Bartho-lomaeus gesehen, welches er für Fano gemalt hat, und finde es in Hin-sicht auf Färbung warm und schön, wie einen Bonifazio; auch in Hinsichtauf Composition befriedigte es meinen Geschmack. Weniger glücklich undbedeutend schien mir das Motiv in seinem Heiligen Andreas; aber auchhier zeigt sich die Hingebung an die Natur. Die Modellierung ist überallschön und wahr; den Kopf, welcher allein vollendet war, fand ich wun-derschön gemalt und von echt Venezianischem Colorit.
Malatesti untermalt pastos, aber kalt; indem er das Bild weiter ausführt,überzieht ein warmer Schatten immer weiter das rohe Weifs, welches beimBeginn in seinen Bildern die grösten Flächen einnimmt. Er unterscheidetsich von den meisten jetzigen Nachahmern und Kopisten der Venezianer,die ich hier auf der Akademie habe arbeiten sehen, darin, dafs letzteregrau untermalen, und glauben, darin der Methode Tizians zu folgen, erhingegen, zwar kalt, aber farbig untermalt, und dann durch Lasuren diewarme Betonung immer höher steigert. Seine Flucht in Ägypten fand ichminder Venezianisch und daher auch minder ansprechend. Im Ganzen ge-nommen, glaube ich, dafs Malatesti auf dem Wege ist, sich Ruhm zu er-werben und seiner Vaterstadt Ehre zu machen.
Puliti, Profefsor der Akademie, hat schon sehr viele Fresken und grofseBilder gemalt. Er gilt in seiner Vaterstadt Venedig so zu sagen für denVorstand der Kunst. Seine Meisterschaft wird allgemein auch von denjüngeren Künstlern anerkannt. Er war unwohl während meines letztenAufenthalts in Venedig, und ich bedaure, seine persönliche Bekanntschaftnicht gemacht und seine Werkstatt nicht gesehen zu haben. Das einzigeBild, welches ich von ihm kenne, ist ein Altarblatt in S. Luca, vorstellendeinen Bischof und zwei andere Figuren. In diesem Bilde scheint er mirmit dem Florentiner Benvenuti verwandt.