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VENEDIG.
Santi, 48 Jahre alt, hat sich früher sehr viel mit der Restauration vonBildern beschäftigt; seit geraumer Zeit widmet er seine Kräfte grofsenFrescomalereien, deren viele bei ihm bestellt werden.
Seine Decke in der Kirche S. Luca zu Venedig, den Heiligen Lukas ineiner Glorie mit den Heiligen Benedictus und Paternianus vorstellend, isteine reich mit Figuren ausgestattete Composition, in einer Art, welche denFortgang der Batoni'schen, Camuccini'schen und Benvenuti'sehen Kunst-richtung andeutet, und folglich ihr eigenthümliches Verdienst hat.
Einige seiner Arbeiten sind in einer auffallend kurzen Zeit vollendetworden.
Nach einem mir mitgetheilten Verzeichnisse, fertigte er in 25 Kirchen,öffentlichen und Privat-Gebäuden, an den Decken oder an den Wänden,wichtige Arbeiten in Fresco und Öl.
Schiavoni, der Vater, wie auch die beiden Söhne, nehmen in ihrer Va-terstadt unter allen jetzt lebenden Künstlern eine bedeutende Stelle ein.Ich habe ihre Arbeiten nicht gesehen. Joseph ist derjenige von den bei-den Söhnen, der, nach dem was mir gesagt worden, die lebendigste Auf-fafsung und Phantasie zeigt; bei Felix und beim Vater ist der sanfte Aus-druck und das milde Colorit vorherrschend.
Servi, der sich jetzt in Mailand aufhält, wird auch zu den Veneziani-schen Künstlern gezählt.
Bei allen Künstlern Italiens drängt sich mir immer dieselbe Bemerkungauf: »wie Schade, dafs sie die Kindheit nicht gekannt, dafs man sie derWindeln und des Gängelbandes überhoben hat! Der Weg, den die Kunstin Italien verfolgte, und der die Zeit Leo's X. herbeiführte, dürfte auchjeden einzelnen Künstler zur Wahrheit und Gröfse führen, wenn ihn derHimmel und sein bescheidener Sinn nicht verlafsen. Der Venezianer müste