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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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AUSFLUG NACH ITALIEN.

Sklave ohnehin ohne allen unmittelbaren Zusammenhang mit ihnen, vorge-stellt, so wird zwar zunächst ein etwaiger widerwärtiger Anblick vermie-den, aber auch der Beschauende in Ungewissheit gelafsen, ob nicht viel-leicht göttliche Hülfe die drohende Gefahr abwende. Kurz, die Handlungist nicht ausgesprochen. Wollte man nun einen Schritt weiter gehen, sowürde man leicht zu dem Resultat kommen, » dafs die Martern der Märtyrervon der Kunst ausgeschlofsen sein sollten; wie denn selbst die ersten Abbil-dungen des Gekreuzigten einer spätem und sehr verwilderten Zeit angehören,während die älteste ihn, wie alle Heilige, nur in der Verklärung zeigte.«

Ungleich glücklicher und in der Ausführung gleich vortrefflich, ist einanderes Relief, das eine Amerikanische Familie zum Denkmal ihrer früh ver-storbenen Kinder bestellt hat. Es ist eine einfache Umschreibung der WorteChristi: »Lafset die Kindlein zu mir kommen.« Ein Engel führt die (ver-storbenen) Kinder dem Heilande zu, der sie mit dem Ausdruck väterlicherLiebe empfängt.

Für die neuerbaute Kirche S. Francesco de Paula hat Tenerani einige ko-lossale Statuen auszuführen. Die stehende Gestalt Johannes des Evangeli-sten, woran er im Sommer 1837 arbeitete, macht einen mächtigen, obschonnicht ganz rein kirchlichen Eindruck. In der Weise der Alten als Alter,hat der Evangelist zu viel vom Olympischen Vater der Götter und Men-schen, um ganz an das Neue Testament zu mahnen; doch ist es möglich,dafs hier der Bildhauer sich dem Architekten gefügt, der freilich seine Vor-bilder nicht im Christlichen Zeitalter gesucht hat. Mehr im kirchlichenStyle, ja fast wie die Arbeiten von Eberhard und Henschel in Deutschland,ist eine kleine Madonna auf dem Halbmonde, die namentlich in den Non-nenklöstern Roms vielfach wiederzufinden ist.

Unter den allgemeinen oder mythologischen Werken Tenerani's sprechenam meisten zwei Amore an, deren einer als Fischer, der andre als Jägergedacht sind: reizende, naive Kindergestalten, mit grofser Kenntnis derNatur dargestellt und durchgeführt.