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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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ROM.

womit zugleich seine Vorzüge, aber auch seine etwaigen Mängel begrün-det sind.

Abgesehen nämlich davon, dafs der Gegenstand überhaupt fürs Basreliefsich schwerlich eignet, dafs er, als Erinnerung an den Tod desjenigen,der den Tod überwunden hat, noch weniger zum Schmuck einer dem An-denken eines theuren Verstorbenen errichteten Kapelle pafst, so hat dieAnordnung selbst einige Misstände, die, wäre das Ganze ein Gemälde,sogleich wegfielen. Joseph steht mit der Antlitzseite gegen uns gekehrtauf der Leiter; die nothwendig gebückte Stellung, in Verbindung mit derFläche des Basreliefs, verursacht nun durchaus den Eindruck eines frag-mentarischen Menschen; die Gestalt hat keinen Halt, oder ihr Rücken gehtins Gemäuer ein. Der Parallelismus des menschlichen Körpers erlaubtzwar eine Theilung im Profil, aber keine en face.

Ein zweites Werk von aufsergewöhnlicher Schönheit ist ein für Chateau-briand gefertigtes Relief in Marmor, auf welchen der Märtyrertod einesChristlichen Liebespaares vorgestellt ist, das den wilden Thieren preisge-geben wurde. Wir sehen die dem Tode Geweihten in zärtlicher und schö-ner Umarmung im Circus vor uns stehen; ein Sklave hat durch eine auf-gezogene Fallthür den Tiger eingelafsen, der auf jene losspringt, die mitruhigem, gegen den Himmel gerichtetem Blicke die nahe Gefahr weder sehennoch beachten. Eine hohe Würde kleidet die edlen Gestalten, und unwill-kürlich fefseln sie das Auge durch die innere Wahrheit ihrer Erscheinung.Und doch fehlt etwas am Werke zu voller Befriedigung. Wie aus den vie-len hundert Momenten einer Bewegung doch nur Einer diese wirklich be-zeichnet, wie z. B. es nicht einerlei ist, an welcher Stelle des Halbkreises,den eine zuschlagende Faust beschreibt, diese in der Abbildung steht, soist es bei einer vorzustellenden Handlung von unerläfslicher Wichtigkeit,den entscheidenden Augenblick zu treffen. Werden nun aber, wie bei vor-genanntem Werke, die Märtyrer in der Anschauung Gottes, ohne alle Ver-bindung mit dem Tiger, dieser selbst nur in der Bewegung gegen sie, der