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AUSFLUG NACH ITALIEN.
die Wiedergeburt der Künste von der Sculptur ausgegangen, und die Flo-rentiner Malerschule folgte erst auf die Pisaner Bildhauerschule.
Tenerani ist ein Mann von mittleren Jahren, von markierten, fast Lom-bardischen Zügen; sein dunkles Auge blitzt, und die Wärme des Herzensspricht aus seinem Angesichte, dem Ton und dem Inhalt seiner Rede. Erliebt und versteht die Deutschen, und erkennt die Gemeinschaft ihrer Be-strebungen mit Altitalischer Kunst. Mehr als einer der lebenden Künstler,fühlt er das Wesen Christlicher Sculptur im Gegensatze der antiken, undnur das ganz Neue einer solchen Erscheinung und die ziemlich allgemeineVerwirrung der Begriffe und Kunstforderungen mögen die Schuld tragen,wenn sein Gefühl nicht immer als Erkenntnis und That sich ausspricht.Tenerani ist sehr thätig, und geniefst nach Thorwaldsen ziemlich des grö-sten Ansehens in Rom. Er hat drei Werkstätten. Am überraschendstenwirkt sein neustes Werk, die Kreuzabnahme, von Torlonia als Altarschmuckseiner Kapelle im Lateran bestellt. Die Gestalten sind etwas über Lebens-gröfse; die Composition ist sehr einfach. Der heilige Leichnam wird vonJoseph von Arimathia, der noch auf der ans Kreuz angelehnten Leiter steht,über dem Schoofse gehalten, sanft neigt Christus sein Haupt nach dem derMutter; sanft stützend legt die Mutter die Hand an seine Brust; Johannesfafst in umarmender Bewegung die Beine. Das, was zuerst an diesemWerke auffällt, ist die tiefe Empfindung des Gegenstandes, dem sich derKünstler mit aller Unbefangenheit und Wärme hingegeben hat. Nicht etwanur anatomisch, sondern seelenwahr sind alle Bewegungen, und entsprechengenau den vorgestellten Personen und der Lage, Handlung und Stimmung,in denen wir sie sehen. Dasselbe gilt auch von den feinsten Bewegungen,denen der Gesichtszüge, die ein reiner, tiefer Ausdruck belebt und ver-schönt. Es ist natürlich, dafs je mehr die Sculptur sich von der Antike,als heidnischer Kunstanschauung, entfernt, desto mehr wird sie der Male-rei, als der eigenthümlichen Offenbarung Christlicher Kunst, sich nähern,und so herrscht auch in dieser Kreuzabnahme ein malerisches Princip,