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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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ROM.

zu ihren Füfsen eine todte Taube, das Ganze wohl das Sinnbild der ver-lornen Unschuld, hat bereits fünf Wiederholungen erlebt und befindet sichin England, Holland und Belgien; in Rom bei Torlonia. Diesem Werkekann man eine grofse Aumuth der Bewegung und der Linien, so wie einegleich grofse Schönheit der Formen nicht absprechen. Für die Villa desGrafen Sommariva am Corner-See fertigte Bienaime einen Amor, der zweiTauben tränkt, und wiederholte denselben für den König Leopold von Bel-gien. Ein Hirtenmädchen mit dem Blumenkranze, den sie nachdenklich be-trachtet, halb bekleidet, vor ihr ein Hund, besitzt der Grofsfürst Michaelvon Rufsland. Eine der ans Bizarre gränzenden Aufgaben hatte sich derKünstler gestellt in einer Bacchantin, die ganz nackt auf dem Tiegerfellund Schlauch, die gefüllte Patera in der Linken, halbtrunken, ausgestrecktliegt, und die sich, ihrer Natur nach, in Form und Bewegung wesentlichvon einer Venus und Grazie unterscheidet. Dieses mit grofser Kunst undNatürlichkeit ausgeführte Werk ist Eigenthum eines reichen Engländers,des Herrn Martin. Unter den übrigen Statuen, die meistentheils nach Hol-land gewandert sind, zeichnen sich aus: eine Psyche, die die Schärfe derPfeile Amors prüft; eine andere mit der Lampe, ganz entkleidet; und eineDiana im Bade, bei welcher freilich der Beschauer gezwungen ist, die Rolledes Aktäon zu übernehmen.

Wenn es uns schmerzt, ein Land, das von jeher die edelsten Kunstta-lente hervorgebracht hat, daran verarmt zu sehen, so erfüllt uns auch einneuauflebendes mit doppelter Freude. Ein solches ist Tenerani aus Car-rara, und wenn die alte Kunst seines Vaterlandes dasselbe nährt, so dür-fen wir uns rühmen, dafs die Sonne, die es geweckt, bei uns aufgegangenist. Tenerani ist Schüler von Thorwaldsen, und in späteren Jahren demnoch nicht genug gewürdigten Kefsels in künstlerischer Anhänglichkeit, wieals Freund zugethan; er hat von beiden gelernt, ohne an ihre Weise sichgebunden zu haben, und ihm ist es vielleicht vorbehalten, der Kunst inItalien einen neuen Aufschwung zu geben. Ist doch auch im Mittelalter

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