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WIEN.
Gemälde in drei Abteilungen über die Entdeckung, das Aufblühen und dengegenwärtigen Bestand des Wildbades Gastein zu sehen, welches allge-meine Anerkennung fand.
AUGUST WILHELM RIEDER, geboren 1796 in Döbling bei Wien, Leh-rer der Figurenzeichnung an der Ingenieurakademie zu Wien; in seinenWerken zeigt sich entschiedene Hinneigung zum Religiösen bei richtigerZeichnung, gutem Colorit und geschmackvoller Ausführung; ein kleinerMaafsstab ist ihnen besonders günstig. Seine Hauptwerke sind: Christusam Ölberge in einem Lichtstrahle des Himmels knieend, äufserst schöneErfindung, durch den Kunsthandel vielfach verbreitet; eine Heilige Rosalia;mehrere Bilder aus dem Leben der Heiligen Elisabeth, deren Legende ermit Vorliebe studiert zu haben scheint. Rieder ist zugleich auch viel be-schäftigter Porträtmaler, und hierin von grofsem Rufe.
KARL RUSS, geboren 1779 zu Wien; seit 1808 Custos der k. k. Galerieim Belvedere. Wie alle seine Zeitgenofsen, in Fügers Schule gebildet, ginger doch bald davon ab, und wendete sich, durch den Einflufs des Erzher-zoges Johann, dessen Kammermaler er war, und durch Baron v. Hormayrangeregt, vorzüglich der Geschichte des Mittelalters, hauptsächlich derÖsterreichischen Länder zu, aus welchen er wohl viele Hundert Zeich-nungen und Gemälde entwarf. Im Jahre 1822 stellte er eine Reihenfolgevon 37 Gemälden, allein aus der Geschichte des Hauses Habsbum bis
auf Maria Theresia, aus.
Sein Tiresias, und seine Hecuba das Schicksal
ihres Hauses betrauernd, sind Werke' seiner früheren akademischen Rich-tung, aber unstreitig die besten Gemälde der damaligen Zeit. Rufs warund ist, seines vorgerückten Alters ungeachtet, noch immer ein feuri-ger, produktiver Geist voll Kraft und Leben, welcher bei grofsartigerentsprechender Anregung die herrlichsten Werke der Kunst zu schaffenfähig war; unbeschäftigt aber, sich selbst überlafsen und oft angefochten,hat seine Überfülle alle Schranken überstiegen; und man mufs bedauern,dafs die Werke dieses ausgezeichneten Künstlers durch Überspanntheit