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WIEN.
und sich als echter Kunstjünger zu bewähren. In dieser Überzeugung be-gann er im Jahre 1825, nach seiner Zurückkunft aus Italien, in der WeiseOverbecks ein neues Streben, in welchem er zwar auf Schwierigkeiten, jaselbst auf Anfeindungen aller Art stiefs, endlich aber doch durch Gewin-nung einer edlen Selbständigkeit sie alle siegreich überwand. Seine Werkesind meistens Altarblätter, deren er schon eine grofse Anzahl geschaffen hat,und wozu er eine vorzugsweise angeborne Tüchtigkeit zu haben scheint.Er dürfte auch hierin in Grofsartigkeit und im Plastischen seiner Compo-sitionen, besonders aber im Umfange und Tiefe der Symbolik, und in derfrommen Weise der Conception nicht leicht seines Gleichen finden. Ermufs in Betrachtung seiner vielen und grofsartigen Leistungen gegenwärtigdas Haupt der religiösen Schule, und hinsichtlich seines Rufes der erste Hi-storienmaler Wiens genannt werden. Unter seine ausgezeichnetesten Werkegehören: ein gekreuzigter Heiland, umgeben von der Heiligen Maria undJohannes, ein mehrfach von ihm dargestellter Gegenstand; ein LeichnamChristi; die Geburt der Heiligen Jungfrau Maria, Hauptaltarblatt in derStiftskirche zu Klosterneuburg; Moses im Gebete, gestützt auf Aron undHur, während die Amalekiter besiegt werden; vor allen, das 30 Fufs hoheausgezeichnete Altarblatt des Heiligen Joseph, umgeben von den Erzengeln,den Chören der Engel, und den Erzvätern und Propheten des alten Bun-des, für die Kirche des Heiligen Joseph zu Pesth. Gegenwärtig ist er mitAusführung des Hauptaltarblattes für die Dominikanerkirche in Wien, dar-stellend die'Einsetzung und Feier des heiligen Rosenkranzes, beschäftigt.Kupelwieser ist auch als Porträtmaler von grofsem Namen, und Meisterin kleinen Compositionen aus der Legende, von welchen die Kaiserin Mut-ter und Erzherzog Ludwig einen reichen Schatz besitzen.
KARL MAYER, geboren 1810 zu Wien, Schüler der Akademie. Diek. k. Galerie besitzt von ihm ein gut gemaltes Preisstück: Prometheus undPandora; die Dominikanerkirche in Wien ein Altarblatt: die Heilige Katha-nna. In der Kunstausstellung des Jahres 1838 war von ihm ein cyklisches