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WIEN.
auch aus der Neudeutsclien Schule mehrere Künstler, durch Peter Krafftsbesondere Anregung, und dem mittelalterlichen Style abhold, mehr der Na-turnachahmung zugewendet, wo sie, bis auf wenige Ausnahmen, fast alleungefähr um das Jahr 1830, nach längerem Schwanken, mit den Porträt-und Landschaftsmalern im Felde des Genre zusammentrafen. Seit dieserZeit ist nunmehr das Gebiet des Genre, besonders durch F. G. Waldmül-lers Einflufs, am meisten gepflegt; und während sich überhaupt alles zurmateriellen Auffafsung und technischen Ausführung gegenwärtig fast aus-schliefsend hinneigt, ist es nur die streng religiöse Schule, deren Anhängernoch eine tiefe bedeutende Auffafsung und echt historische Darstellung inihren Werken bewähren.
Nach dieser Darstellung ist es leicht, die nunmehr der Reihe nach fol-genden Künstler in eine Übersicht zu bringen.
Der zuerst erwähnten Richtung im Allgemeinen gehören an:
JOSEPH BAYER, geboren 1804, im 26sten Jahre seines Lebens für dieKunst zu früh verstorben.
KARL BROCKY, zugleich geschickter Porträtmaler.
JOSEPH FÜHRICH, geboren 1800 zu Kratzau in Böhmen. Anfänglichvon seinem Vater unterrichtet, zeichnete er nach Märchen und Erzählun-gen, später aber Jagden und Idyllen. Im Jahre 1818 kam er nach Prag,wo er sich unter Director Berglers Anleitung zum Historienmaler zu bildenbegann. Seine Erstlingswerke hierin waren: der Tod Otto's von Wittels-bach, und Einsiedler Ivan mit Herzog Borziwoy im Walde; wodurch erschon damals grofse Aufmerksamkeit auf sich zog. Führich entwickeltenunmehr fortan eine unausgesetzte Thätigkeit, welcher viele Zeichnungenund Ölgemälde, worunter mehrere Altarblätter für einige Kirchen in Böh-men, ihr Entstehen verdanken. Besondere Anerkennung fanden ein kleinesBildchen: der Traum des Heiligen Bernhard als Kind in der Christnacht, unddas grofse Gemälde: die Heilige Katharina unter den Gelehrten in Alexan-drien. Seine cyklischen Zeichnungen, vorzüglich aber seine Compositionen