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NÜRNBERG.
Weit mehr habe ich mich veranlafst gesehen, die Gemälde zu bewun-dern, welche man mir als Werke des berühmtesten von Dürers Schülern,des HANS VON KULMBACH, genannt hat. Pens stand ihm zwar keines-weges nach, hatte sich aber den Italienischen Styl angeeignet, und er ge-hörte mehr jenem Lande an, während Kulmbach sich stets den Lehren undVorbildern seines Meisters gleich getreu zeigt. Seine Gemälde in dieserSammlung sind: eine schöne Grablegung; vier Heilige, auf zwei Altarflü-geln, zwei auf jedem, mit der Jahrzahl 1523; eine Kreuzabnehmung; derHeilige Nicolaus in Bischofstracht, und der Heilige Pantalon. Die beidenletzten schienen mir vor allen bewundernswürdig.
Kranach, der Sohn (zwischen 1550 und 1560), giebt sich hier auf einesehr vortheilhafte Weise zu erkennen durch seine Venus mit Amor. Der-selbe Gegenstand von Kranach, dem Vater, gemalt, hat weniger meinemGeschmacke zugesagt.
Zwei alte Gemälde im Byzantinischen Styl empfehlen sich der Aufmerk-samkeit der Liebhaber. Sie stammen aus der Lorenzkirche, welche im Jahre1270 angefangen und 1460 vollendet wurde.
Die beiden Altarflügel von Wohlgemute (1480 bis 1516), dem Lehr-meister Dürers, sind sehr merkwürdig: sie stellen dar, den Heiligen Martinmit dem Heiligen Wenzel, und die Heilige Elisabeth mit der Heiligen Bar-bara. Das Mittelbild ist ein hölzernes Schnitzwerk aus noch älterer Zeit.
Man sieht hier noch ein anderes Holzbildwerk vom Jahre 1480, welchesich sehr schön fand: es stellt das jüngste Gericht dar.
Die Glasgemälde von MAURER sind bewundernswürdig in Hinsicht desReichthums der Gegenstände und des Farbenglanzes: weniger sind sie esdurch ihre Darstellung, durch den Styl und die Zeichnung. Man darf sichüber solche Mängel nicht wundern, wenn man bedenkt, dafs dieser berühmteKünstler um das Jahr 1600 lebte, in jener für die Künste in Deutschlands o verhängnisvollen Zeit.
Nürnbergs gröste Berühmtheit ist ALBRECHT DÜRER, und das kostbarste
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