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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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NÜRNBERG.

und die beiden Kapellen derselben, die in einem starken viereckigen Thurmüber einander gebaut sind, tragen vor allen sehr auffallend das Geprägeihres Alterthums.

Das berühmte Gemälde, genannt »das Schwedische Friedensbankett,« dasbei Gelegenheit des Westfälischen Friedens auf dem Rathhause gehaltenwurde, ist eben hier von SANDRART im Jahre 1650 gemalt worden. Die-ser berühmte und fruchtbare Maler war alles, was er damals werden konnte,umgeben von so vielen schlechten Vorbildern. Bekannter, als durch seineGemälde, ist er durch sein reichhaltiges Werk über die schönen Künste.In dem genannten Gemälde Sandrarts findet man 49 Bildnisse der bekann-testen Männer jener Zeit, unter andern die von Piccolomini und dem Pfalz-grafen Karl Gustav, nachmals König von Schweden.

Das Bildnis des Generals Schirmer von PENS, Dürers Schüler, der auchin Italien gelebt und Rafael gekannt hat, sieht man ebenfalls in dieserSammlung; es trägt sichtlich das Gepräge der Italienischen Einwirkung,ohne jedoch ganz den Deutschen Grundzug zu verlieren. Es ist, wie ichglaube, vom Jahre 1540.

Weniger liebe ich einen andern Schüler Dürers, wie er sich hier zu er-kennen giebt, nämlich SCHEUFELEIN: übrigens mufs man nicht aufserAcht lafsen, dafs eins oder mehrere schwache Werke eines Künstlers wohleine ungünstige Meinung von ihm erzeugen, aber keine schliefsliche Ver-urtheilung rechtfertigen können.

DÜRER selber scheint mir in zweien seiner hier befindlichen Gemälde,in seinen Bildnissen Karls des Grofsen und Kaiser Sigismunds, deren Echt-heit nicht bezweifelt wird, nicht auf der Höhe seiner Kunst; gleichwohlhaben dieselben seinen Ruhm nicht beeinträchtigt.

Was Scheufelein betrifft, so mufs ich freilich bekennen, dafs er sich nochniemals das Recht erworben hat, mir zu gefallen; vielleicht jedoch, weilmir diejenigen seiner Werke unbekannt geblieben, welche seinen Künstler-ruhm begründet haben.