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DIEDRICH.
III.
DIEDRICH.
Diedrich ist aus Biberach gebürtig, und war im Jahre 1835 ungefähr44 Jahre alt. Seine Künstlererziehung hat er in München, in Italien undin Stuttgart erhalten. Dein jüngeren Geschlecht angehörig, ist er dem Ein-flufse, welchen die neueren Berühmtheiten der Malerei auf die Kunst aus-geübt haben, nicht fremde geblieben. In einigen seiner Werke schien ersich noch in dem Style der Maler vor Rafael zu gefallen; in anderen ver-räth er keine Ziererei dieser Art mehr. Mehrere seiner Gemälde scheinenmir des Lobes sehr würdig; ich zähle zu denjenigen, die es, meines Er-achtens, am meisten verdienen:
Die Juden, wie sie das gelobte Land einnehmen; ein Gemälde, welchessich in dem Königlichen Schlofse zu Stuttgart befindet.
Eine kleine Zeichnung, welche ein Vehmgericht darstellt, habe ich beiihm gesehen.
Eine andre Zeichnung ist zu dem Deckengemälde einer Kirche bestimmt.
Die Jünger zu Emmaus kenne ich nur aus einem Steindrucke.
Der Triumphzug des Bacchus, eins von den Frescogemälden des König-lichen Schlofses Rosenstein bei Stuttgart. Dieses Bild und der Einzug derJuden ins gelobte Land zeigen in vielen Theilen eine merkwürdige Rein-heit des Styls: aber vor allen hat mir seine kleine Darstellung des Vehm-geriehtes Wohlgefallen.
Mit Theilnahme habe ich bei ihm auch einen seiner ersten Künstlerver-suche gesehen, welcher sogar noch aus der Zeit herrührt, ehe er Zeich-nen gelernt hatte: es ist das Bildnis einer alten Frau. Dieses Gemäldezeigt den unvermeidlichen Gang, welchen die Kunst bei ihrer Geburt inDeutschland nehmen muste. In Byzanz hatte dieser erste Anlauf ohne
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