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STUTTGART.
Zweifel einen anderen Charakter; und bei den Aegyptern muste er sichnoch anders verhalten. Bei allen Völkern hat sich, wie ich glaube, dieKunst in ihrem Ursprünge immer dem Nationalcharakter entsprechend ge-zeigt, und man mufs jedem Volke einen eigenthümlichen Geist zuerkennen,einen Geist, der sie durch die Jahrhunderte geleitet.
Zwei schöne Basreliefs an der Vorderseite des Schlofses Rosenstein sindnach Diedrichs Zeichnungen durch die Bildhauer Distelbarth und Mack aus-geführt.
IV.
F. M. A. FELLNER.
Fellner, aus Frankfurt am Main, war im Jahre 1835 ungefähr 30 Jahrealt. Er ist ein Schüler von Cornelius.
Vor zwölf Jahren, bei meiner Durchreise durch München, war er einervon denjenigen, deren Talent sich aufs Glänzendste ankündigte. Ich habedas Andenken des lebhaften Eindruckes bewahrt, welchen seine Zeichnun-gen voll Feuer und Schwung damals auf mich machten. Man kann nichtgenug bedauern, dafs er sich nicht auch in der Malerei versucht, son-dern sein Talent nur zu Zeichnungen für Taschenbücher und andere Bü-cher solcher Art verwandt hat. Dergleichen Arbeiten nützen im Allgemei-nen weniger der Kunst, als dem Buchhandel. Unter andern ist ein Werkvon Görres mit Kupferstichen nach Fellners Zeichnung begleitet. Fellnerhat auch Zeichnungen zu den Nibelungen gemacht, namentlich SiegfriedsJagd schon im Jahre 1824. Ich habe davon rühmen gehört, dafs sie grofseSchönheiten enthalten. Kaulbach unter Anderen hat mit Begeisterung vonFellners Talent zu mir gesprochen.
Für seine schönste Composition halten Einige die Darstellung aus denNibelungen, wie Chriemhild als Heunenkönigin vor Hagen und Volker