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KUNSTAKADEMIE.
Weil die Manchener Schule als unabhängig von der Akademie betrach-tet werden mufs, habe ich es unternommen, von dieser hier ganz abge-sondert zu handeln.
Die Akademie hat ihr geistiges Dasein von der Schule, und nicht dieSchule von der Akademie: gleichwie die Sprachlehren aus den Sprachen her-vorgehen und ihre Regeln sammeln, nicht aber sie machen. Die Sprachleh-ren verhindern nicht die Veränderung der Sprachen, und die Sprachlehrerkönnen sich nicht entbinden, der Bewegung derselben zu folgen. In derAkademie waltet der Geist der Mäfsigung, der Erhaltung, der Berichtigung:vergeblich würde man darin den belebenden schöpferischen Geist suchen,welcher sich in München überall offenbart, selbst bei den Professoren derKunstakademie, aber bei diesen auch als Angehörigen der Münchener Schule,nicht als Mitgliedern der lehrenden Körperschaft, oder der Akademie.
Diesen belebenden Geist finde ich vor allen bei dem Könige, und der-selbe ist so thätig in ihm, so wohlthuend, so über alle Streitigkeiten undKleinlichkeiten erhaben, dafs alles in München gedeiht und sich verschönt,dafs die Künste sich verherrlichen, trotz der Eifersüchteleien und der Feind-seligkeiten.
Er ist es, der das heilige Feuer entzündet hat, und er ist es, der esnähret; die Akademie bewegt sich um den Heerd her, und nimmt von Zeitzu Zeit einige Funken davon, um sie den aufkeimenden Talenten anzuver-trauen, die sich in ihrem Schoofse vereinigen.
Übrigens glaube ich, dafs die Akademie, in Betracht der Thätigkeit, welchesie entfaltet, und der Grundsätze, zu denen sie sich bekennt, die gröstenLobsprüche verdient. Ich werde ihr ihre Lehren gewiss nicht zum Ver-brechen machen, welche sie auf tausendfältige Weise zurichtet, noch ausihren Grundsätzen, selbst wenn sie sich in Abstractionen und Sophismenverirren. Dieses ist der gewöhnliche Gang der Akademien, und selbstwenn sie sich in den richtigsten Schranken hielte, würde sie den Vorwür-fen derer nicht entgehen, die sich aufserhalb derselben bewegen.
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