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GLASMALEREI UND PORZELANMALEREI.
Was die kleinen Glasgemälde betrifft, welche, wie jene der Brüder Boisse-ree, kleine Kunstwerke für sich bilden, so verhält es sich damit anders.Ich meine nicht, clafs man sich durch dergleichen Betrachtungen werde irremachen lafsen. Jene Glasbilder sind Gegenstände der Liebhaberei. DieWirkung, welche sie hervorbringen, ist ganz unabhängig von ihrer Umge-bung. Sie bestehen ganz für sich. In dieser Art sind alle Versuche voll-ständiger malerischer Ausführung gut. Indessen liebe ich selbst unterdiesen Bildern, mit Ausnahme des Heiligen Christoph, der ein köstlicheskleines Bild ist, mehr noch die Bilder der Apostel, die einzeln, ohne Hand-lung, von Gothischen Bauzieraten umgeben, dastehen, als die aus vielenGestalten zusammengesetzten Bilder, welche Ölgemälde nachahmen.
Während meines Aufenthalts zu München, im Jahre 1835, habe ich mitdem Professor Hefs die Königliche Anstalt der Glasmalerei besichtigt, undsie in allen ihren Einzelnheiten untersucht. Es herrscht darin eben so vielOrdnung als Thätigkeit, und die Arbeiten werden in allen ihren Theilenmit bewundernswürdiger Sorgfalt fortgeführt. Ich habe dieselbe im Jahre1837 mit Herrn Ainmiller abermals genau besichtigt.
Die Geschichte der Heiligen Jungfrau ist, wie schon gesagt worden,der Gegenstand der gemalten Glasfenster der Marienkirche in der VorstadtAu. Zwei der ersten Bilder, die Krönung der Heiligen Jungfrau * und dieKreuzigung, sind von Rüben. Ich habe davon die ausgemalten Cartons ge-sehen, so wie den Carton zu dem Tode der Heiligen Jungfrau, welchenSchraudolf gemalt hat. Es ist davon bei diesen beiden Künstlern unterden Geschichtsmalern die Rede gewesen, und den Tod der Heiligen Jung-frau sieht man unter Schraudolf im Holzschnitte. Rüben hat nicht fürderunter der Aufsicht von Hefs Zeichnungen entwerfen und Cartons anfertigengewollt. Man kann nicht genug bedauern, dafs die Anstalt des Talentsdieses ausgezeichneten Künstlers entbehren soll. Ich will mich nicht zum
* Abgebildet in dem Bildcrhcftc zu diesem Bande.