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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN.

Maurer, Stör, Stürmer und Anderen. Die Herren Boisseree vermehrennoch immer ihre Sammlung, indem sie den Maler Wilhelm Vörtel aus Leip-zig (geboren im Jahre 1793) für ihre Rechnung arbeiten lafsen, der sichin diesem Fache eine grofse Geschicklichkeit erworben hat. Diese Unter-nehmung wird fortgesetzt, und sie haben schon eine beträchtliche Anzahlvon Gemälden dieser Art beisammen: zugleich als eigenthümlichen Ersatzfür die verkauften Urbilder.

Wenn wir nun die Beschaffenheit untersuchen, in welcher die Glasma-lerei überhaupt sich gegenwärtig zu München befindet, so ergiebt sich,dafs sie hinsichts der Composition und der Anordxmng nichts zu wünschenübrig läfst, und dafs sie, ohne sich von dem Style zu entfernen, welcherzu den Bauwerken stimmt, deren Schmuck sie sein sollen, und ohne dieEigenschaft des Stoffes, den sie anwendet, zu verkennen, einen glückli-chen Fortschritt zeiget: aber in Hinsicht der Köpfe und des Nackten ent-fernt man sich von der alten Glasmalerei auf eine Weise, welche mir derGesammtwirkung nachtheilig scheint. Man thut zu viel. Man geht zu weitin der Modellierung. Mich dünkt, ein reiner Umrifs und leicht angedeuteteSchatten, so wie man sie zu Köln in der St. Peterskirche sieht, macheneine viel befsere Wirkung. Die Malerei und Bildhauerei, wenn sie sichmit der Baukunst verbinden, können sich von dem Gedanken, aus welchemdas ganze Werk hervorgegangen ist, nicht entfernen, ohne der Gesammt-wirkung zu schaden. Eine Figur von Peter Fischer, wäre sie auch in rie-sengrofsen Maafsen ausgeführt, würde auf einem antik gebildeten Fufsge-stelle oder in einem Griechischen Tempel übel stehen; und wenn man eineFigur der Aegineten in einem Bilde der Leidensgeschichte anbrächte, würdesie sich nicht befser ausnehmen.

In den Glasgemälden, die ein Gothisches Bauwerk zu schmücken be-stimmt sind, mufs man ebenfalls sich hüten, von dem in einem solchenBauwerke herrschenden Gepräge abzuweichen, und man soll nicht dahintrachten, es vergefsen zu machen, dafs die gemalten Fenster von Glas sind.