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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN.

gefühlvoll, die Stellungen sind anmuthig. In der ganzen Darstellung wehteine reine Luft; die Färbung ist lieblich, vielleicht allzu lieblich. Der Ein-druck des Ganzen ist unbestimmt, aber wohlthuend, denn er erregt dieGefühle, welche den Künstler beseelen, und diese Gefühle sind liebenswür-dig. Rosa, Lila, Flachsblüte und Isabell sind die herrschenden Farben die-ses Gemäldes. Es ist rein, wie das Athmen eines Kindes: man möchtesagen, dies Bild hauche einen Veilchenduft aus.

LI.

JOHANN SCHRAUDOLF UND SEINE BEIDEN BRÜDER CLAUDIUS UND

MATTHIAS.

Johann Schraudolf, aus Obersdorf in Schwaben, ist etwa 30 Jahre alt.Viel ist von diesem Künstler zu sagen, und nichts, das nicht vortheilhaftwäre. Die Art der Thätigkeit, welche er bisher entfaltet hat, zeigt einesehr löbliche und eben nicht gemeine Bescheidenheit; denn er hat sichnicht geweigert, für den Ruhm eines Andern zu arbeiten, indem ersich bei der Allerheiligen-Kapelle von dem Gedanken des Professors Hefsdurchdrang, welchem die Gesammtheit dieses Werkes übertragen war. Vie-len, die diese Kirche besucht haben oder sie noch besuchen werden, wirdSchraudolfs Antheil an dieser Arbeit immerdar verborgen bleiben. AVennvon der Gesammtheit dieses Werkes die Rede ist, mufs man billig Hefsden Ruhm davon überlafsen: wenn aber nach den anderen Künstlern undihrer Mitarbeit gefragt wird, so darf man keinesweges mit Stillschweigenübergehen, was sie Tüchtiges geleistet haben, obschon die Leitung desGanzen nicht in ihrer Hand stand.

Übrigens würde es mir schwer werden, mir eine deutliche Vorstellungvon dem Antheile zu machen, welcher hier einem Jeglichen zukömmt, dar-nach eine gerechte Vertheilung anzustellen, und zu bestimmen, in wie weit