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MÜNCHEN.
SCHNORR.
Geschnitten von Breviere in Paris.
Julius Schnorr ist zu Leipzig geboren im Jahre 1794. Seine ersten Stu-dien machte er bei seinem Vater. Im Jahre 1811 begab er sich auf dieKunstakademie zu Wien, welche lange unter Fügers Leitung gestandenhatte, und jetzt eben unter Zauners Leitung gekommen war. Diese Aka-demie hielt fest an den Grundsätzen von Mengs, und die Gemälde dieserSchule waren eine angebliche Vereinigung der Eigenschaften, welche diehervorragendsten Talente der klassischen Zeit auszeichnen, als da sind:Zeichnung Rafaels, Colorit Tizians, Lichteffekt Correggio's. Alles diesesvereint, bildete Werke, die nur durch ihre Armseligkeit bemerkenswerthwaren.
Schnorr war mit zuviel wahrem Talente begabt, um sich lange in die-ser Richtung zu gefallen. Er fühlte in sich das Verlangen aufsteigen, dieFefseln dieser Lehre zu brechen, er fühlte sich von Liebe und Bewunderungder Altdeutschen und der Italienischen Bilder vor Rafael durchdrungen.
Sehr auffallend ist, dafs dieses Gefühl sich beinahe gleichzeitig in ganzDeutschland offenbarte; es war überall der Vorläufer und das Anzeichen