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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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GESCHICHTSMALER,

eines neuen ruhmreichen Zeitalters. Die alte Malerei ist für die Künsteeine wahre Quelle der Verjüngung geworden: der Eklekticismus dagegen istimmer nur ein Zeichen der Hinfälligkeit gewesen; in der That, was könntein der Kunst auch mehr die Unfruchtbarkeit und Dürre des Herzens an-zeigen? Diese Reformers hielten ihre Versammlungen im Garten des Gra-fen Caroli; von den Akademikern wurden sie Falschmünzer genannt. Wirhaben gesehen, dafs die ersten Schritte, in einer den Lehren der Akade-miker so entgegengesetzten Richtung, durch eine zu knechtische Nachah-mung der älteren Maler vor Rafael bezeichnet waren; Schnorr hat dieselbeebenso wenig zu vermeiden gewust, wie die Anderen: aber nicht um sominder wahr ist es, dafs für Alle, und für Schnorr mehr, als für vieleAndere, diese Auflehnung heilsam gewesen ist. Verwundern wir uns dem-nach nicht, dafs es auch gegenwärtig unter den Künstlern in Münchenwelche giebt, die die Oberherrschaft der Akademie nicht anerkennen wol-len. Es ist immer so gewesen: die jungen Leute thun nichts anderes, alswas die Professoren thaten, da sie jung waren. Der Unterricht mufs freisein, er darf sich nur über diejenigen erstrecken, die sich ihm unterwer-fen und ihn benutzen wollen.

Eine Akademie würde Unrecht thun, wollte sie denjenigen Belehrung auf-dringen, die nicht von ihr abhangen, und ich meine nicht, dafs man derMünchener Akademie diesen Vorwurf machen kann. Aber die jungen Künst-ler würden ebenfalls Unrecht thun, wollten sie die Akademie zwingen, ihrLehrgebäude aufzugeben; eine Akademie, eine Schule kann nicht anders,als doctrinär sein, Grundsätze feststellen, sie befolgen, und sie von denLehrlingen befolgen lafsen.

Schnorr begann seine Künstlervorübungen und Versuche in sehr zartemAlter. Im neunten Jahre zeichnete er schon nach anatomischen Modellen,und im vierzehnten Jahre hatte er schon den Tod der Amazonenköniginin Schiefer gegraben. Benvenuto Cellini war sein Lieblingsbuch. SeineVerbindung mit den Brüdern Olivier wurde schon bei seinem Aufenthalt

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