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MÜNCHEN.
an der Feiertagsschule, um seine Kenntnisse durch einige gemeinnützigeStudien, als: Chemie, Physik und Mechanik, zu erweitern. Doch seineHauptneigung, der Hang zur Malerei, verliefs ihn nicht, folgte ihm,nachdem er als Geselle auf die Wanderung ging, in die Ferne, geleiteteihn ins Vaterhaus zurück, und lehrte ihn endlich die Möglichkeit auffin-den, seinem innerlichen Drange Genüge zu leisten. — Schon hatte ersich durch Selbstübung so weit vorbereitet, dafs er in der Akademie auf-genommen werden konnte, als noch im selben Jahre (1809), nachdemer hier kaum ein paar Monate den Unterricht genofsen hatte, der In-surrectionskrieg in Tyrol ausbrach, welcher von Neuem seine Aussichtsperrte. — Schlotthauer war an der Conscriptionspflichtigkeit, und hattezu gewärtigen, wenn er jene abwartete, dem Heere auf eine volle Dien-steszeit einverleibt zu werden. Um diesem auszuweichen, wählte er, inder Hoffnung, dafs er bald wieder seiner Kunst leben dürfe, den kürzernWeg, und trat auf Kriegsdauer dem so eben errichteten Corps Freiwil-liger Jäger bei, in deren Mitte er den Feldzug bestand. Als dieserbeendigt, und das Schützencorps, bei dem Schlotthauer diente, aufgelöstwurde, konnte er eine Offiziersstelle im stehenden Heere erhalten; dochSchlotthauer, nur für die Kunst glühend, lehnte die militärische Anstel-lung ab, und verfolgte mit neuem Muthe die vorige Bahn.
Die Kunst hatte eben eine neue Richtung gewonnen; sie fing wiederan, auf das Ernstere, und in ihrer Bedeutung Tiefere zurückzukehren,aus dessen Sphäre sie durch die jüngstvergangenen Jahrhunderte ge-drängt worden war.' Noch stritt das Alte mit dem Neuen. Schlotthauer,ein eifriger Anhänger dieses letzteren, glaubte ihm in stiller Zurückge-zogenheit am besten folgen zu können, und versuchte nun sich selbstauszubilden. — In dieser Abgeschiedenheit, von manchen Leiden undschweren Mühseligkeiten gedrückt, malte er fast ausschliefslich religiöseDarstellungen, und mit besonderer Vorliebe das Bild des Erlösers. Diesdauerte bis zum Jahre 1819, wo Cornelius nach München kam, um die