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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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GESCHICHTSMALER.

Ich habe schon von dem Charakter gesprochen, welchen die MünchenerSchule im Allgemeinen darbietet; es wird auch noch von den Grundsätzender dortigen Kunstakademie die Rede sein: hier begnüge ich mich zu sa-gen, dafs Schlotthauer als Künstler der Schule getreu ist, und als Profes-sor einer der Eifrigsten ist, diese Grundsätze aufrecht zu erhalten, so wieer sie zugleich ausübt.

In einem Bnche Adolfs von Schaden über die Münchener Künstler, dasgegen Ende des Jahres 1835 erschienen ist, und zu welchem die Künstlerselber dem Verfafser die Nachrichten von ihnen geliefert oder sie doch durch-gesehen haben, finde ich auch eine Lebensbeschreibung Schlotthauers, dieeinen sonderbaren Gegensatz zu den Lebensbeschreibungen so vieler ande-rer Maler in diesem Buche bildet, durch die darin herrschende Einfachheitund Bescheidenheit, und die hier das Bildnis dieses wackern Mannes ver-vollständigen wird. Zugleich scheint sie mir nützliche Lehren zu enthal-ten: es kömmt nur darauf an, dafs man sie zu finden und sich anzueignenweifs.

So lauten die Worte S. 137:

Joseph Schlotthauer, Professor und Inspektor an der Königlichen Aka-demie der bildenden Künste, geboren zu München am 14. März 1789.Sein Vater war Theaterdiener bei dem vormaligen kurfürstlichen Hof-theater in Mannheim, und kam im Jahre 1783, als dieses nach Münchenverpflanzt wurde, in gleicher Eigenschaft mit dahin. Die Dürftigkeit desEinkommens des Vaters gestattete nicht, bei der Bestimmung des zu-künftigen Berufes seiner vielen Kinder deren Neigungen und Talente ab-zuwägen, sondern zwang, die zunächst dargebotene Gelegenheit zu irgendeinem Erwerbe als erwünscht festzuhalten. So kam es, dafs Schlotthauer,der jüngste von sechs Brüdern, trotz seiner grofsen Neigung zur Kunst,das Schreinerhandwerk erlernen muste. Lehrling geworden, benutzte erdie Mufsestunden, um, was er für sein Geschäft nothwendig hielt, sichim Lineal- und Freihandzeichnen zu üben; später genofs er den Unterricht