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GESCHICHTSMALER.
Künstler demselben eifrig mit ihrem Talente geholfen haben, so gebührt ihmallein jedoch der Ruhm, dieses grofsartige Werk in seiner Gesammtheit ge-schaffen zu haben.
Niemand hat sich mehr als Schlotthauer bemüht, die Züge und den Aus-druck zu entdecken, welche der Gestalt Christi zukommen. Er hat viele,und wie man mir gesagt hat, glückliche Versuche dieser Art gemacht.Herr von Quandt besitzt einen dieser Köpfe *. Sonst giebt es von Schlott-hauer wenige Gemälde nach seinen eigenen Zeichnungen, und nicht in die-ser Beziehung hat er sich fruchtbar und geschickt erwiesen, wohl aberdurch seine Thätigkeit als Mitglied der Kunstakademie, durch die Sorgfalt,welche er der Entwickelung der aufkeimenden Fähigkeiten widmet, durchseine glücklichen Entdeckungen, durch die Verbefserungen, welche er inallen Theilen der Kunst eingeführt hat, durch seinen edlen Charakter, seineRedlichkeit, seine Milde, sein versöhnendes Gemüth, seine Bescheidenheit,und endlich auch durch sein Talent als Maler und Colorist; denn in letzterBeziehung ist, nach dem Eingeständnis aller Künstler, dort niemand im Stande,es befser zu machen, als er, ja vielleicht auch nur ebenso gut. SeinenVersuchen und seinen Anstrengungen verdankt grofsentheils die Frescoma-lerei ihr Wiederaufleben, vorzüglich in Hinsicht des technischen Theiles.
Fräulein Linder, deren Liebe für die Kunst schon bei mehr als einer Ge-legenheit einen wohlthätigen Einflufs ausgeübt, hat den Professor Schlott-hauer veranlafst, mit einigen seiner Schüler einen Ausflug nach Mailandzu machen, zu dem Zwecke, von dort ausgemalte Zeichnungen nach Leo-nardo da Vinci's Abendmahl mitzubringen, und vor allen genaue Nachbil-dungen der Köpfe. Sie ging von der Vorstellung aus, dafs die Grundzügedieses unsterblichen Werkes in allen den zahlreichen bisher davon gemach-ten Abbildungen nicht gewifsenhaft und sorgfältig genug wiedergegebenworden. Dieses Unternehmen wurde mit vollständigem Erfolg ausgeführt.
* Weirn ich nicht irre, so ist dieser Kopf im Jahre 1819 gemalt.