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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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GESCHICHTSMALER.

zu sein scheint? Das Schicksal ist ihm lange widerwärtig gewesen, er hatfür seinen Vater geduldet, seine Seele hat gransame Erschütterungen erlit-ten; aber mehr vielleicht noch, darf man sagen, hat die Natur sich gefal-len, in seiner Seele die trefflichen Eigenschaften mit Mängeln zu vereini-gen, welche die Quelle seines unermefslichen Talents und zugleich seinerUnruhe und seines Trübsinns sind. Es treibt ihn eine gewisse innere Auf-regung, welche ihn zugleich begeistert und verzehrt. Er hat viel von derNatur empfangen, und diese hat, in ihrer Vorliebe für ihn, seinem Talentalles zu Gute gewandt, was Anderen gefährlich geworden wäre.

Späterhin gab er Unterricht, und damit begann für ihn ein neuer Lebens-abschnitt. Er unterrichtete unter andern eine Dame von gewissen Jahrenund kolossalen Formen in der Perspective. Er stellte sich vor sie hin,machte einen Eselsrücken, und diente ihr zugleich als Zeichentisch undals Lehrmeister, indem er über die Schulter auf die Linien schaute, welchedie kunsteifrige Dame gezogen hatte. Solches geschah beim Anbruche desTages in den Strafsen von Düsseldorf. An diese Zeit knüpfen sich vieleJugenderinnerungen des Künstlers. Eine leidenschaftliche Seele, wie dieseinige, ein so feuriges Gemüth, konnten die Sinne des damit Begabtennicht in Ruhe, sein Herz nicht unempfindlich lafsen. Diese ersten Jahredes hitzigsten Alters waren für ihn reich an Leiden und Freuden dieserArt. Er war der Gegenstand der uneigennützigsten und grofsmüthigstenLiebe, als er noch unter den ungünstigsten Aussichten, ohne Hoffnung einesdauerhaften Glückes, dastand.

Später, als sein Talent sich entwickelt hatte, gab Kaulbach auch derPrinzessin Friedrich von Preufsen Unterricht im Zeichnen, und bald daraufverliefs er Düsseldorf, um seinen Meister Cornelius nach München zu be-gleiten.

Cornelius hat oft versucht, ihn nach seinen Cartons malen zu lafsenaber Kaulbachs Arbeit genügte ihm nicht. Dieser konnte sich niemals in denGedanken eines Andern versetzen, und ungeachtet der Liebe und Ehrfurcht