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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN.

mächtig sein bei einer Einbildungskraft, der die Kunst so zu sagen ein-geboren war: indessen geschah es wider seinen Willen, und nur um dasheifse Verlangen seines Vaters zu erfüllen, dafs er sich der Malerei wid-mete; denn er hatte keine Ahnung von seinem Talente und von seinem Be-rufe: sehr verschieden hierin von vielen geschickten Malern, ward er sowider seinen Willen, was jene trotz allen Widersprüchen wurden. SeinVater, dem es nicht gelingen konnte, ein ausgezeichneter Maler zu werden,wollte nun doch, dafs sein Sohn den höchsten Gipfel der Kunst erreichte;der Sohn dagegen widerstrebte, sich einer Laufbahn zu widmen, deren Ein-tritt für den Vater mit so viel Widerwärtigkeiten und Kümmernissen be-säet war.

Kaulbach machte seine Künstlerstudien in Düsseldorf. Er hatte mit Ent-behrungen aller Art zu kämpfen. Seine ersten Versuche in der Malereiwaren Kirchenbilder, und wurden ihm sehr schlecht bezahlt. Eins dieserBilder, welches er für Westfalen malte, eine Muttergottes mit dem Christ-kinde und zwei Engeln, in Lebensgröfse, brachte ihm nicht mehr ein, alsvierzig Thaler.

Er erhielt eine andere Bestellung, und die begleitenden Umstände dersel-ben bewähren noch stärker die bedrängte Lage, in welcher er sich befand.Es war sein Probestück: er wurde beauftragt, die Wände einer Kirche zubemalen, die zu dem Irrenhause bei Düsseldorf gehört, und der bedungeneLohn bestand in kleinen Broten und Käse, täglich genau so viel, als-thig war, um ihn nicht verhungern zu lafsen. Der Anblick der Unglückli-chen, in deren Mitte er so lange Zeit zubrachte, machte einen tiefen Ein-druck auf ihn, und diese Erinnerung hat ihn fünfzehn Jahre hindurch ver-folgt, bis er sie in jener trefflichen Darstellung gefafst hatte, von welcherweiterhin die Rede sein wird. Sein Gehirn konnte nicht eher sich von die-sen Gestalten befreien, als bis er sie in einer Zeichnung vereinigt, und sogleichsam anderswo befestigt hatte. Kann man sich nun verwundern überdie Traurigkeit und Beklommenheit, von der seine Seele häufig eingenommen