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MÜNCHEN.
Er wurde hierauf nach Düsseldorf berufen, um die dortige Akademiewieder zu heben; und zu gleicher Zeit empfing er den Auftrag zu denFrescogemälden der Glyptothek, welche der Kronprinz, seitdem König vonBaiern, wollte bauen lafsen.
Getheilt zwischen Düsseldorf, wo er Akademiedirector war, und Mün-chen, wo er Cartons machen sollte, fühlte er bald die Unmöglichkeit, die-sen zwei so unverträglichen und dennoch gleich wichtigen Geschäften zugenügen, und er fafste den Entschlufs, seine Stelle in Düsseldorf aufzuge-ben, und sich mit denjenigen seiner Schüler, die ihm folgen wollten, aus-schliefslich den Münchener Arbeiten zu widmen. Hier ward er zugleichDirector der Kunstakademie, welche Stelle gerade damals durch den Toddes Directors Langer, eines seiner ältesten Lehrmeister, erledigt wurde.
Von dieser Zeit an beginnt nun erst die ungeheure Thätigkeit, welcheman zu München in der Kunst sich entwickeln sah: Cornelius ist das Hauptdieser Schule, er ist ihr erster Urheber, ihr Meister. Das Maafs und dieArt der wohlthätigen Einwirkung, welche andere Künstler auf die Fort-schritte der Kunst in München ausüben, wird man im Fortgange diesesWerkes an ihrer Stelle bemerkt finden.
Man hat Cornelius vorgeworfen, dafs er nicht genug auf den technischenTheil der Kunst halte, und solche Übung mit seinen Schülern vernach-läfsige. Dieses Urtheil, welches ich ihm mittheilte, beantwortete er mitdem bekannten Spruch aus Goethe's Faust:
„Sei er kein schellenlautcr Thor.Es trägt Verstand und rechter Sinn
Mit wenig Kunst sich selber vor."
und fügte hinzu:
»Demgemäfs verachte ich jedes Machwerk, und erkenne nichts als Kunstan, was nicht lebt. Aber die Grade des Lebens in der Kunst sind so un-endlich, als die der Natur selbst, und wenn ich das geringste Leben mitZärtlichkeit lieben kann (die Niederländer), so werde ich darum nicht irre