201
PETER VON CORNELIUS.
Amsler, der Landschaftsmaler Fohr. Koch und Reinhard gehören zu einemaltern Geschlechte in der Kunst, wie im Leben.
Cornelius selber sagt in einem kleinen Aufsatze, dessen Facsimile ichhier beifüge *.
»Es ist mir unmöglich, den Kreis geistiger Entwickelung während mei-nes Aufenthalts in Rom in so kurzen und dürftigen Notizen darzustellen.Aber ich darf sagen, es wurden die Bahnen von Jahrhunderten durchkreist:ich spreche hier nicht blofs von mir, sondern von jenem Verein von Ta-lenten und Charakteren, die getragen von allem, was das Vaterland undItalien Heiliges, Grofses und Schönes, was der begeisternde Kampf gegenFranzösische Tyrannei und Frivolität in allen befseren Gemüthern so tiefaufregte, damals in so reichem Maafse darbot.«
Cornelius ist einer derjenigen, die eine neue und für die Kunst entschei-dende Unternehmung, nämlich die Frescogemälde in dem Bartoldi-Saale,ins Leben riefen.
Cornelius beschäftigte sich damals mit seinen Zeichnungen zu den Nibe-lungen. Zugleich aber wurden, auf seine Veranlafsung, diese Wandgemäldeim Bartoldi-Saale »mit aufopfernder Begeisterung,« im Vereine mit denbefreundeten Künstlern, ausgeführt, wobei er, neben der Leitung des Gan-zen, zugleich selber das Bedeutendste leistete. Wie wichtig und folgen-reich dieses Werk für die neuere Deutsche Kunstgeschichte überhaupt, undinsonderheit als erste bedeutende Erneuung der Frescomalerei gewordenund noch ist, haben wir schon im ersten Bande berichtet. Gleich daraufwurden ihm auch von dem Marchese Massimi die Frescogemälde seinesLandhauses übertragen; wir haben zwar gesehen, dafs dieselben nicht aus-geführt wurden: aber, aufser den Kupferstichen von Schäfer und den Um-rifsen von Eberle in Steindruck, welche die Schrift des Professors Döllin-ger darüber begleiten, hat Cornelius farbige Zeichnungen und Cartons da-von bewahrt.
* Siehe den beiliegenden Steindruck.