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DIE MÜNCHENER SCHULE
Gewalt aus, und erregt eine Misstimmung oder eine Spaltung, welche nichtzwischen so bedeutenden Talenten herrschen sollten, und unter einem Für-sten, welcher mit so viel Billigkeit und Grofsmuth das Verdienst belohntund ermuntert; und sie bemächtigen sich jener angedeuteten Art der Kri-tik, um die schönsten Hervorbringungen der Kunst herabzuwürdigen.
Man mufs bedauern, dafs alle diese Künstler nicht einig leben können,und dafs, anstatt sich gegenseitig durch Rath und That zu unterstützen,einige von ihnen sich feindseligen Gesinnungen hingeben. Nicht allen kannman diesen Vorwurf machen, und Cornelius vor allen, möchte ich glauben,ist jedem kleinlichen Gefühle fremd: aber im Allgemeinen mufs man sagen,dafs hier in München wenig Übereinstimmung und wenig Wohlwollen inden Verhältnissen der Künstler unter einander besteht. Sie bilden Parteien;sie leben im Kreise ihrer Familien oder in abgeschlofsenen Gesellschaften,die einander feindlich gegenüber stehen. Bisher hat dieser Stand der Dingeden Fortschritt der Kunst noch nicht gehemmt; aber ohne diese Uneinig-keit würde der Erfolg vielleicht noch allgemeiner sein, und sicherlich würdedie Stellung der Künstler noch glücklicher sein. Und diejenigen verdienendoch wohl, das Glück zu kennen, die, indem sie die edlen und grofsenGedanken des Königs ausführen, Deutschland mit so vielen unsterblichenWerken bereichern, und ihm einen neuen Ruhm bereiten!-------
Um einen Beweis dieser ärgerlichen Stimmung bei vielen MünchenerKünstlern zu geben, will ich hier einen Vorgang erwähnen, der vor dreiJahren statt hatte, und ein wahrer Gegenstand des Anstofses und Verdrus-ses für jeden Wohlgesinnten war.
Ein Münchener Student liefs in die Leipziger Zeitung für die eleganteWelt Angriffe gegen die Münchener Kunstakademie einrücken, auf welchediese durch einen ihrer Professoren antwortete. Einige junge Künstlervon ausgezeichnetem Talente waren in diesen Zwist verwickelt, und manhatte sie in Verdacht, den Streit angestiftet zu haben; sie aber sagten sichvon jenen Aufsätzen los, und es würde schwierig sein, auszumachen, in