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IN IHRER GESAMMTHEIT.
Gfenugthuung erfahren: meine Seele hat das Werk schön gefanden, bevorder Geist es geprüft hat. Es giebt Leute, welche Schnorr vorwerfen, dasZeitalter nicht recht ergriffen zu haben, welches er darstellen wollte. Ichmöchte aber wohl wifsen, wer derjenige ist, der sicher sein könnte, diesesZeitalter zu begreifen. Wenn die Gemälde des Königsbaues nur dazu be-stimmt wären, denjenigen zu gefallen, die das Verlangen fühlen, die Wahr-heit derselben in dieser Hinsicht zu untersuchen, oder die gelehrt genugsind, um dazu berechtigt zu sein, so wollte ich lieber, dafs sie gar nichtvorhanden wären, denn ich kümmere mich wenig um die Genüge und dasWohlgefallen der Langweiligen, der Pedanten und der Neidigen.
Ich will damit nicht sagen, dafs alle gründlichen Kenner des Aristopha-nes und Goethe, des Aeschylus und Wolfram von Eschenbach, des Theo-krit und Walther von der Vogelweide, Langweilige und Pedanten sind: esist nur die ermüdende und überlästige Anwendung der Wifsenschaft, undwicht die Wifsenschaft selber, welche ich angreife. Ich bekenne, zu mei-ner Beschämung, dafs ich das Nibelungenlied noch nicht gelesen hatte, alsich diese Gemälde zum ersten Male sah: gleichwohl habe ich bei ihremAnblick unmittelbar das höchste Vergnügen empfunden, und mehrere Theiledieser schönen Gemälde sind meinem Gedächtnisse tief eingegraben. — Aberes ist hier nicht der Ort, mich bei einem einzelnen Gegenstande aufzuhal-ten; ich habe schon ausführlich von den Nibelungen gehandelt, und es wirdnoch unter Schnorr die Rede davon sein: denn diese beiden Namen werdenfortan unzertrennlich für mich sein, und die Geschichte selber wird sienicht mehr von einander trennen.
Es ist nicht ohne Vorbedacht geschehen, dafs ich hier jenen Neid undjenes Übelwollen bemerklich gemacht habe, die häufig die Gemälde nur inBeziehung auf den dargestellten Gegenstand aburtheilen wollen, und in sofern sie mehr oder minder genau und getreu den ursprünglichen Gedankenund nothwendigen Sinn des Gegenstandes ausdrücken, und nicht ohne Ab-sicht komme ich hierauf zurück. Der Neid übt hier in München eine grofse
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