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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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IN IHRER GESAMMTHEIT.

mit Erfolg allen Spuren des Cornelius zu folgen, wird der Styl eine Zie-rerei, und sie mögen sich immerhin mit der Löwenhaut bedecken, dieOhrenspitzen verrathen sie doch. Ich kenne Künstler, welche der Anspruchauf Styl zu Grunde gerichtet hat. Ohne Zweifel ist die Schönheit desStyls unzertrennlich von der Überlegenheit in der Geschichtsmalerei: aberes ist nicht nothwendig, Geschichtsmaler zu sein. Diese Bahn einem vor-zeichnen zu wollen, dem es nicht gegeben ist, sie zu verfolgen, ist ebensounweise, als zu verlangen, dafs ein Dichter, wie Lafontaine, sich in derSprache Homers ausdrücke: das Epos würde nichts dabei gewinnen, aberdie Fabel würde viel verlieren.

Überdies habe ich oft genug gesehen, dafs in München der Styl nochmehr als Styl ist, mehr als die ideale und erhabene Natur, d. h. die un-mögliche Natur; dies erinnert manchmal an die Übertreibungen der SchuleDavids, an die Schaubühne, an bemalte Standbilder. Die Deutschen habenein Wort, wodurch sie diesen Fehler ausdrücken: stylisieren. Diese Nach-äffung des Styls betrachte ich als eine Verkehrtheit, als eine Gefahr.

Die Natur der Richtung, der hier die Malerei folgt, macht ein gründli-ches Studium der Gegenstände nothwendig, ja unerläfslich. Man kann dasLeben eines Helden und die Sitten eines Volkes aus einer von uns fernabgelegenen Zeit nicht wohl schildern, man kann den Gedanken eines grofsenDichters nicht wohl wiedergeben, ohne den Gegenstand, den man behan-delt, zu ergründen. Nun hat jedoch dieses Studium und dieses Bestre-ben der Kunst auch seine Klippen. Der Deutsche ist schon von Naturgeneigt, zu grübeln und sich zu vertiefen. Man begreift also, wie schweres einem Maler werden mufs, der Pedanterei und allen den Umschweifenschwerfälliger Verständnisse zu genügen, welche in die Kunstlehre und inihre Abstractionen eingedrungen sind. Man wird vor allen begreifen, wiesehr die Künste in diesem Betracht der übelwollenden Kritik ausgesetztsind. »Der Beschauer,« sagt man, »mufs schnell und leicht den Geeen-stand eines Gemäldes fafsen können.« Dieses scheint wahr in der Theorie