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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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DIE MÜNCHENER SCHULE

ihre natürlichen Anlagen nicht hingezogen werden, derselben Richtung zufolgen, es sich dennoch zur Ehre rechnen, ihn für ihren Meister zu erken-nen. Man kann noch weniger von Heinrich Hefs, Zimmermann und Schlott-hauer sagen, dafs sie Schüler von Cornelius sind, und gleichwohl habensie unter ihm in der Glyptothek gearbeitet, und ihre Arbeiten ermangelnkeinesweges einer gewissen Gleichartigkeit mit den Werken dieses grofsenMeisters.

Schnorr ist der einzige, der sich nicht seinen Arbeiten zugesellt hat. Solange er in München ist, hat seine Künstlerthätigkeit sich immer unabhän-gig von Cornelius gehalten: aber er hat mit ihm in Rom gelebt, und wennunter den Deutschen Künstlern, welche die Chorführer der neuern Malereisind, und die vor ihm eine entschiedene Richtung genommen haben, irgendeiner einigen Einflufs auf Schnorr ausgeübt hat, so ist es abermals Corne-lius, dem ich diesen Ruhm beimefsen möchte, und das wäre keineswegesder geringste. Ja, man darf unbedenklich sagen, Cornelius ist das Hauptder Münchener Schule. Das ist mehr, als eine herrschende Meinung, esist das allgemeine Urtheil.

Gegenwärtig haben wir diese Schule noch in Hinsicht des Styls zu be-trachten; denn wenn dieser ihren eigenthümlichen Charakter bestimmt unddie Grofsheit desselben ausmacht, so könnte er auch wohl eine Klippe fürdie zu dieser Schule gehörigen Künstler werden.

Die Professoren und die meisten Lehrlinge der Akademie, und überhauptdie Mehrzahl der Maler in München, scheinen von der Idee eingenommen,dafs der Styl in allen Werken herrschen soll. Ich meine nun nicht, dafsdieses das ausschliefsende Ziel der Anstrengungen eines Künstlers sein soll.Wenn der Künstler grofsartig ist, wenn sein Gedanke edel ist, so werdenseine Werke das Gepräge von beiden an sich tragen: aber man findet denStyl ebenso wenig, wenn man ihn sucht, als man hohe und edle Einge-bungen findet, wenn sie nicht eine natürliche Gabe des Genius sind. Beiallen denjenigen, die nicht mit hinreichender Kraft ausgerüstet sind, um