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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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DIE MÜNCHENER SCHULE

Unter den jungen Künstlern giebt es einige, die sich absondern und dieBedingungen des Styls mit weniger Strenge bestimmen, als die Partei Oli-vier und Schnorr. Kaulbach, Rüben und Neher (abgesehen von den Land-schaftern, welche mit diesem Streite nichts zu schaffen haben) scheinenes sich mehr zu Herzen zu nehmen, die Fefseln des Styls minder beschwer-lich zu machen. Hier offenbart sich die Spaltung, von welcher weiterhindie Rede sein wird.

Schwanthaler arbeitet mit bewundernswürdiger Leichtigkeit, vorzüglichim Fache der antiken erhobenen Bildwerke. Die Nachwelt wird vielleichtglauben, dafs unsichtbare Mächte sich damit beschäftigten, seine Gebilde,während er sie träumte, auszuführen, in Thon, in Gyps, in Marmor, alserhobene Bildwerke, als Standbilder und in zahllosen Zeichnungen. Dasklassische Alterthum ist, wie gesagt, der Gegenstand seiner Vorliebe, undin erhobenen Bildwerken zeigt er das gröste Geschick.

Kaulbach hat bisher noch keine grofse Anzahl von Werken hervorge-bracht, und es scheint mir schwierig, sein Talent in der Kürze zu bezeich-nen: wir werden jedoch sehen, wenn wir auf ihn zu reden kommen, dafsder Aufschwung, welchen er genommen hat, der bündige Auszug der Ei-genthümlichkeiten dieser Schule ist, in Verbindung mit den erstaunlichstenNaturanlagen.

Wir sehen demnach, dafs die Thätigkeit fast aller Münchener Geschichts-maler sich bewegt in der Dichtkunst und Mythologie der Alten, welchezuerst vielleicht Carstens in Deutschland einheimisch gemacht hat; in derromantischen Poesie, in welcher Cornelius die ersten bedeutenden Hervor-bringungen geliefert hat, wie seinen Faust und seine Nibelungen; und inden religiösen Gegenständen nach Art der Italienischen Schulen vor Rafael.Ausgenommen sind etwa nur Neureuther und Volz, deren Richtung keinervon diesen Abtheilungen angehört, und von welchen an ihrem Orte dieRede sein wird. Unter solchen Einflüfsen spriefsen zahllose Darstellungenempor, häufig in riesenmäfsigem Maafsstabe; aber diese Arbeiten tragen