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IN IHRER GESAMMTHEIT.
hat es auch Künstler gegeben;« was zu unwidersprechlich ist, um ausge-sprochen zu werden. Ohne Zweifel hat es leere Zwischenräume in derKunstgeschichte gegeben. Die Byzantinischen Maler, so wie Italien sieuns kennen lehrt, gleichen viel mehr einer Unterbrechung, als einem Über-gange der Kunst; diese Malereien waren nicht das Werk der Einbildungs-kraft und des Geschmacks, sie waren keine Kunstwerke im eigentlichenSinne, und streng genommen waren die Byzantiner vielleicht mehr Hand-werker, als Künstler: so viel ist wenigstens gewiss, dafs ihre Arbeiten ebenso wenig Ähnlichkeit mit der Kunst der Alten hatten, als etwa die Bild-werke der Mexikaner mit denen der alten Griechen. Die ruhmreichen Zeit-alter der Kunst waren solches nicht, weil sie anderen nicht minder ruhm-vollen Zeitaltern nachahmten, sondern weil sie zur Natur zurückkehrten,und Cornelius wäre ohne Zweifel grofs geworden, wenn er auch die An-tike nicht studiert hätte; ich finde ihn sogar da gröfser, wo ich die we-nigsten Spuren dieses Studiums antreffe, zum Beispiel in seinem Faust.Um Maler zu sein, mufs man zeichnen können, und es ist befser, gute,als schlechte Sachen zu zeichnen; in diesem Betracht ist die Nachbildungder Antike den Lehrlingen sehr heilsam: aber wollte man sich mit demGeiste des Alterthums durchdringen, um dann ebenso zu arbeiten, wie die-ses, das wäre, wie ich glaube, ein Irrthum. Indessen sieht man bedeu-tende Talente auf diesem Wege zu den grösten Erfolgen gelangen. Thor-Wald'sen, Cornelius, Schwanthaler dienen uns davon zum Beispiele. Aberich glaube nicht, dafs dieser Grundsatz, wenn er zu weit getrieben wird,einer Schule wohlthätig sein kann. Man mufs sich wohl daran erinnern,dafs der Styl nicht in der Nachahmung der Antike, oder des Fra-Bartolomeobesteht: er ist vielmehr in der Geschichtsmalerei die Grofsheit, verbundenmit der Ruhe und der Einfachheit, durch ein reines Gefühl geleitet und inden Gränzen der Mäfsigung und des guten Geschmacks gehalten, wie sonstauch immer die Art der Begeisterung sei, welche bei der Darstellung einesWerkes gewaltet hat.