114
MÜNCHEN.
endigen in vier Gestalten des Eros, des ältesten der Götter, aus welchemalle Dinge ihren Ursprung haben. Diese vier Gestalten sind Sinnbilder dervier Elemente; die eine ist mit einem Delphin dargestellt; die zweite mitdem Adler des Jupiter, die dritte mit einem Pfau, und die vierte mit demCerberus.
Der zweite Gemäldesaal, genannt der Trojanische Saal, stellt den Troja-nischen Krieg dar. Hier, wie in dem vorigen Saale, sind die Bogenfelderder drei Wände, der Fensterwand gegenüber, mit den bedeutendsten Zügender grofsen Heldendichtung gefüllt; es sind: der Zorn des Achilles, derKampf um die Leiche des Patroklus und die Zerstörung Troja's. Auchhier beginnt, von der Mitte des Deckengewölbes aus, die Herleitung desgesammten Gegenstandes, und in dem Maafse, wie die Deckenfelder herab-steigen, entwickelt sich der Inhalt, und gelangt zu seiner reichsten Entfal-tung in den drei grofsen Gemälden, welche bis zur Grundlinie des Gewöl-bes niedergehen.
Der Gedanke ist grofs, die Ausführung glücklich; das Heldengedicht derAlten hat in Cornelius einen würdigen Ausleger gefunden.
Aus diesen Sälen tritt man in den Heroen-Saal, welcher alte Brustbilderund Bildsäulen der Heroen enthält.
Dann folgt der Römersaal, worin Vasen, Leuchter, Säulen, Altäre undauch Bildsäulen, Brustbilder und erhobene Bildwerke in grofser Anzahl auf-gestellt sind.
Alle diese Werke rühren aus denselben Quellen her, welche ich obenschon angegeben habe.
Diese Sammlung der Alterthümer endigt mit dem Saale der Bildwerke infarbigen Steinen.
Hierauf gelangt man in den letzten Saal, welcher Kunstwerke der gegen-wärtigen Zeit enthält: Bildsäulen und Brustbilder von Canova, Thorwald-sen, Rauch, Georg und Rudolf Schadow, Eberhard und anderen neuerenBildhauern.