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WANDGEMÄLDE IN DEN ARKADEN.
fielen der Bairische General Steinau und die Grafen Schärfenberg, Auersberg und Fürstenberg.Da drang Max Emanuel selbst auf die Höbe, und ermunterte die Weichenden. „Der blaueKönig, der blaue König!!" brüllten die Türken. — Es traf ihn ein Pfeil unter dem Auge undeine Lanze in die Schulter. Dicht an dem Kurfürsten erhielt Ignaz von Hormayr, sein Oberst-Kriegskommissar, fünf Lanzenstiche. Das Gemetzel war wild. Die Bresche wurde erstürmt.
Aber nun erst gewahrte man hinter der Bresche noch einen andern tiefen Graben mit einerringsum inkamisirten Mauer, rechts ein wobl pallisadirtes Retranchement, links eine die Mauerbestreichende Traverslinie. Niemand wollte weiter. Max Emanuel aber rief, indem sein Blickauf das Alt-Starhembergische und auf das Bairische Leibregiment fiel: „Brüder, wer folgtmir? — Baiern, mir nach!" und sprang in den Graben.
In einem Augenblick waren 5 Regimenter im zweiten Graben, und erklommen die Mauermit einer an Raserei grenzenden Tapferkeit.
Von den 16,000 Türken waren etwa noch 1800 in der Stadt übrig, und 2500 im Schlofse.So grofs war das Blutbad.
30 Millionen halte dieser letzte Kreuzzug gekostet; 32,000 Baiern waren gefallen.
Dies zwölfte Bild ist von Karl Stürmer; gegenüber das Sinnbild des Friedens von F. W.Eberle.
XIII.
BAIERN ERSTÜRMEN ZUVORDERST DIE TÜRKISCHE VERSCHANZUNG VOR BELGRAD
1717,
Nicht volle dreifsig Jahre verflofsen, und die Baiern standen wieder vor Belgrad (1688 bis1717).
Diese drei Jahrzehende waren aber so wichtig an Begebenheiten, dafs ein jedes derselbenfür ein volles Jahrhundert gelten dürfte.
Im Beginne derselben war Baiern auf dem Gipfel seines Ruhmes und seiner Hoffnungen;m ihrer Mitte unter fremder Herrschaft; am Ende, ungeachtet seiner Erschöpfung, dennoch imBegriff, sich stärker wieder emporzuheben!
Kaum .anderthalb Jahrzehendc achteten die Türken des Karlowitzcr Friedens (25. Januar1699). Die verzweifelte Lage Peters des Grofsen am Pruth 1711 belebte ihren verlorenenMuth wieder. Bald darauf nahmen sie, ohne allen Anlafs, den Venetiancrn den Pcloponnes(1715). Wie Eugens frühe Jugend, sollten auch sein Alter glorwürdige Siege über den Erb-feind der Christenheit verherrlichen. Auch diesmal errangen die Baiern sich Lorbeem. DasLeibregiment, die Regimenter Kurprinz und Lerchenfeld, Fufsvolk, die Grenadiere zu Pferde,das Dragonerregimcnt Herzog Ferdinand, und einen ansehnlichen Zug Geschützes führte Ge-neral Mercy nach Wien, vor Karl VI. und dem gesammten Kaiserhofe vorüber. In Ungarnübernahm F. M. L. Maffei den Oberbefebl.
Die Grenadiere zu Pferde und die Dragoner fochten hier schon die Schlacht von Peterwar-dein mit (5. August 1716), wo der Grofsvessir mit den Paschen und Bey's erschlagen wurde.Im folgenden Feldzuge sollten die Bairischcn Prinzen unter Eugen ihre Sporen verdienen. DieTruppen wurden in Vilshofen eingeschifft. Der Kurprinz Karl Albrecht und sein Bruder Fer-dinand waren ihnen anfangs Mai vorausgeeilt. Am 21. Mai 1717 trafen sie mit 50 Schiffen