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MÜNCHEN. — EINLEITUNG.
in Wien ein. Diese Prinzen, vor wenig Jahren als „Grafen von Witteisbach" zu Klagenfurtund Graz in enger Gefangenschaft, wurden jetzt am kaiserlichen Hofe mit Auszeichnung em-pfangen, und dem Kurprinzen Josephs I. jüngere Tochter, Erzherzogin Amalie, zugesagt.
Die Prinzen setzten ihre Reise zu Wafser fort, und kamen noch vor den Bairischen Trup-pen vor Belgrad an, das Johann Palffy am 18. Juli berannte.
Eugen war zwischen der von mehr als 30,000 Türken besetzten Festung und dem Heeredes Grofsvessirs von 160,000 Mann so gut wie eingeschlofsen. Der Grofsvessir zog förmlicheLinien um das Lager des kaiserlichen und des Reichsheeres, und begann es zu beschiefsen.Die Besatzung suchte es durch Tag und Nacht fortgesetzte Ausfälle zu ermüden. Eugen hattenicht volle 72,000 Mann. Eine böse Lagerseuche verminderte diese Anzahl stündlich. InWien, in Venedig zitterte man vor dem Ausgange des gewagten Unternehmens. Aber der Sie-ger von Zentha, von Blenheim, Malplaquet und Turin, er allein war des heitersten Muthes.
Am 11. August verjagten die Baieru die in den Mosern an der Donau befindlichen Türken-schwärme, eroberten ihre Kanonen, sebofsen mehrere Tschaiken in den Grund, und nahmeneine Fregatte. Am 16. August 1717 kam es zur Entscheidungsschlacht. Sie war lange zwei-felhaft und sehr blutig. Die Türken thaten hartnackigen Widerstand. Die Baiern erwarbensich den meisten Ruhm an diesem Tage. Sic erstiegen die Türkische Hauptsclianze, fingeneinen Pascha und mehrere Aga's, nebst 1200 Türken, gewannen einen Rofsschwcif, 4 Stan-darten und 27 Kanonen.
Die beiden Prinzen hatten bei diesem Sturme grofse Unerschrockenheit bewiesen; 14 Offi-ziere, darunter der Obrist Marchese Carctto und Obristlieutenant Traisigny, und 439 Mannwaren todt oder verwundet, über 800 Baiern lagen am Tage des Sieges in den Siechhäusern.
Die Flucht gegen Nissa war so verwirrt, dafs mehrere Türkische Haufen auf einander feuer-ten; 15,000 Türken deckten das Schlachtfeld. Das ganze Lager, 300 Kanonen und die Tschai-ken-Flotte, Belgrad, Semendria, Orsowa, Mehadia, Sabacz, ganz Scrvien, war des Sieges Beute.Die Türken baten um Frieden, und erhielten ihn zu Passarowitz (21. Juli 1718) gegen dieAbtretung des Temcswarcr-Bannats, Serviens mit Belgrad, eines Thcils von Bosnien und einesTheils der Wallachei bis zur Aluta.
Das Bild ist von Dietrich Monten aus Düsseldorf.
XIV.
MAXIMILIAN JOSEPH III. STIFTET DIE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN 1759.
Georg von Lori und Dominik von Linbrunn, beide Bergräthe, der Hofkapellan Wagenc°'erder Commerzienrath von Stubenrauch, und Stigler, Professor der Mathematik im Kadetten-Corps,traten am 12. October 1758 zusammen, und bildeten einen Verein zur Beförderung der Kunstund der Wifscnscliaft.
Wöchentlich ein Mal wollte man sich versammeln, das Merkwürdige in den Druck legen,übrigens das strengste Stillschweigen halten, bis der Verein, höheren Schutzes gewiss, dasteheals kurfürstliche Akademie der Wifscnschaften.
Bald wurden noch andere Mitglieder dem neuen Werke gewonnen, worunter der Kammer-präsident Graf Törring, der Kanzler Baron Kreitmayr und der Bergwerkspräsident Graf Heim-hausen.