WANDGEMÄLDE IN DEN ARKADEN.
So vielen und so ernsten Widerspruch hatte Ferdinand nicht erwartet. Dieser und die altenheiligen Verträge zwischen beiden Zweigen von Scheyern-Wittclshach, dem ßairischen unddem Pfälzischen, beunruhigten ihn. Gleichwohl ging die Übertragung der Kurwürde und dieBelehnung damit festlich und feierlich vor sich (25. Februar 1623), aber trotz der grofsenOpfer Maximilians, doch nur „auf seine Lebenszeit, damit die Nächsten an der Erbfolge hin-länglich Raum hätten, ihr Recht zu verwahren." Der Salzburger Erzbischof Paris Lodron, dieBischöfe von Bamberg und Würzburg, die Herzöge von Pommern und Wolfenbüttel, die Luthe-rischen, aber Ferdinand ganz ergebenen Darmstädtcr Fürsten, die Hohenzollcrn, Pappenheim,Fürstenberg, erhöhten durch den Glanz ihrer uralten Namen das düstere, in vieler Hinsichtahnungsvolle Gepränge. Der Retter Maximilian schwur zu Ferdinands Füfsen den Eid, küsteseine Hand und das Schwert, und trug bei der Tafel als Truchsefs die erste Schüfsei auf.
Über ein halbes Jahrhundert hat Maximilian regiert, und nur etliche Monate weniger als80 Jahre gelebt. Er und sein Bruder, der Kölnische Kurfürst Ferdinand, waren die einzigenFürsten, welche den unheilsvollen 30jährigen Krieg ganz durchlebten und überlebten.
Das Bild ist von Adam Eberle aus Düsseldorf gemalt; gegenüber das Sinnbild der Religionvon K. Stürmer.
XII.
KURFÜRST MAXIMILIAN EMANUEL ERSTÜRMT BELGRAD 1688.
Maximilians Ehe mit Elisabeth von Lothringen war kinderlos geblieben. Als sie starb, zählteder Fürst bereits 62 Jahre.
Aus der zweiten Ehe mit Marianen, Tochter seiner eigenen Schwester und Ferdinands Tl.,wurde ihm (31. October 1636) der Thronfolger Ferdinand Maria geboren. Maximilian führteihn früh in die Geschäfte ein, und erklärte den erst 14jährigen Prinzen als Mitregenten, ver-liefs ihn aber schon anderthalb Jahre darauf (27. September 1651). Das vollendete acht-zehnte Jahr begehrt die goldene Bulle von den Kurfürsten. Bis dahin dauerte die Vormund-schaft des Oheims Herzog Albrecht.
Unter den ersten Deutschen Kriegern, welche im Morgenland unter Barbarossa, RichardLöwenherz, Philipp August, Friedrich IL und dem Heiligen Ludwig um die Wiedereroberungdes Heiligen Grabes fochten, nennen die Zeitbücher die Weifen, die Babenbcrgcr, die Traun-gauer und Andechser, die Playn, Rebgau, Ortenburg, Vohburg, Wafserburg, Bogen, Abens-berg, Kyburger bei Dillingen, Velburg, Cham, Ahaim, Rechberg-Lengenbach, Pappenheim-Calatin, Hals, Dornberg und viele Andere. Diese Adelstämme gehören meist Baiern an.
Längst war die heilige Stadt wieder in Sultan Saladins Hand, als 1241 von den Ufern derSeiinga bis vor Wien und Neustadt die Mongolen drangen. Der Babenbcrgcr Friedrich derStreitbare hielt sie auf, Jaroslaw von Sternberg schlug sie vor Ollmütz, und Herzog Heinrichvon Schlesien fiel siegreich gegen sie auf der noch darnach benannten Wahlstadt. Die Ge-fahr zog dies Mal schnell vorüber.
Auch in den Kämpfen wider die Türken zeichneten sich von jeher die Baiern aus. Kaumendete der 20jährige Waffenstillstand, welchen Montecuculi's Sieg über den Vessir Kiuprilibei St. Gotthard (1. August 1664) mit einer auserlesenen Hülfsschaar Ferdinand Maria's er-zwungen hatte, als der Krieg von Neuem ausbrach.
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