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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN. EINLEITUNG.

Gottlicb Gafsen aus Koblenz hat die Erstürmung des Godesberges gemalt;

das Sinnbild der

Schutzwehr aber, ein kriegerisches Weib, die eine bischöfliche Inful mit ihrem Schilde be-schützt, K. Schoru. Der Spruch an der Decke lautet:Wenn Gott mit uns, wer ist dann

wider uns?"

XL

MAXIMILIANS I. HERZOGS TON BAIERN ERHEBUNG ZUM KURFÜRSTEN 1623.

Die Prager Schlacht am weifsen Berge war durch Maximilian und durch Tilly gewonnen.Pfalzgraf Friedrich, Maximilians Vetter, genannt der Winterkönig, war durch ihn vom Thronegestürzt (3. bis 9. November 1620), vom Kaiser geächtet, die protestantische Union aufgelöst(22. Januar und 12. April 1621). Der gefährliche Mannsfeld war von Pilsen hinweg, in diedurch Spinola's Wallonen und Spanier besetzte Rheinpfalz gezogen, und bei Wisloch (17. April1622) über einen Tillyschen Heerhaufen Sieger geblieben. Dagegen waren Georg Friedrichvon Baden-Durlach und Christian von Braunschweig bei W impfen und bei Höchst durchTilly geschlagen (6. und 27. Mai 1622). Die Oberpfalz kam in Maximilians Hand. Das ka-tholische Bekenntnis ward wieder eingeführt. Der Kaiser Ferdinand, jetzo von allen Seitensicher, trat mit seinen Entwürfen ohne weitere Rücksichten hervor. Friedrichs Aussöhnungwurde, ungeachtet der Unterhandlungen seines Schwiegervaters, König Jakobs von England,an unmögliche Bedingnisse geknüpft. Die Unterdrückung der Widersacher war nun das of-fenbare Ziel.

Doch wagte Ferdinand nicht, einen Reichstag zu berufen. Nur einen Kurfürstentag versam-melte er zu Regensburg; von Fürsten nur die, deren Ergebenheit bewährt war. Um zu zei-gen, er sei nicht unversöhnlich gegen die sich unbedingt Unterwerfenden, sah man jetzt anderselben Tafel den Sieger von Prag, Maximilian, und den Oberfcldherrn des Winterkönigs,den Fürsten von Anhalt.

Der Kaiser forderte, dafs Friedrich, als offener Reichsfeind und Landfriedcnsbrecher, ent-setzt werde, und seine Kur mit den Pfalzen auf den hochverdienten Maximilian übergehe.

Die Kurfürsten von Trier, Sachsen und Brandenburg waren ausgeblieben. Man fand Frie-drichs und seiner schuldlosen Kinder Verstofsung, ohne ihn einmal zu hören, gegen das vomKaiser beschworene Reichsgrundgesetz. Man erinnerte, dafs Böhmen, dessen Sache überhauptmehr das Österreichische Haus, denn das Reich angehe, kein blofses Erbreich sei; dafs Fer-dinand sich selber als erwählter König bekannt und benannt habe: Friedrich habe gegen ihnnicht mehr verbrochen, als einst Matthias gegen Rudolf, und als Ferdinand selber gegen Mat-tinas versuchte; die Weigerung der Böhmen, ihn (Ferdinand) als Matthias Nachfolger ( überdiesgegen die Erbfolge vor älteren Brüdern) anzuerkennen, sei in Ferdinands Verfolgung der Pro-testanten in Inuerösterreich durch Feuer und Schwert, die namentlich auch den Grafen Thurnund Andere aus Krain vertrieb, wohl begründet. Endlich beschuldigte man hieran vornäm-lich die Bahischen Jesuiten, durch welche auch Ferdinand selber mit seinem Schulfreund undnachmaligen Schwager Maximilian zu Ingolstadt unterrichtet worden. Demnach empfahl mandem Kaiser Grofsmuth und Versöhnung, als das Heilsamste, vornämlich auch zur Beseitigungaller fremden Einmischung. Selbst die Spanische Infantin, Statthalterin der Niederlande, wargegen des Pfalzgrafen Absetzung.