WANDGEMÄLDE IN DEN ARKADEN.
Ermahnungen, die ernsten Gegenvorstellungen Kaiser Rudolfs IL, die misbilligcnden Rund-schreiben der katholischen Kurfürsten und die Drohungen des Spanischen Hofes. Gebhardgetröstete sich mit dem Beispiele vermählter Bischöfe im nördlichen Deutschland. Indess musteer daheim auf seine Sicherheit bedacht sein. Er warb Truppen in Westfalen und suchteüberall Hülfe, welche ihm auch von mehreren protestantischen Fürsten zugesagt wurde; erbefestigte Bonn, und besetzte mit Überläufern und Abenteurern die für unüberwindlich ge-haltene Burg Godesberg.
Das Domkapitel und der Landlag erklärten, der abtrünnige und eidbrüchige Kurfürst habeaufgehört, ihr Herr zu sein. Gregor XRT. sprach den Bann über ihn aus.
Kaiser Rudolf wendete nun seine Augen auf Ernst, zweiten Sohn des Herzogs Wilhelm V.von Baiern. Ernst war schon Bischof von Freising, Lüttich und Hildesheim, und wurde jetztauch noch (23. Mai 1583) an Gebhards Stelle zum Erzbischof und Kurfürsten von Köln ge-wählt. Der Kaiser, wie er die nahe Spanische Macht von Einschreitung in die rein DeutscheAngelegenheit abhielt, verbot auch allen protestantischen Fürsten, Gebharden Beistand zu lei-sten. Die evangelischen Fürsten, und selbst der Pfalzgraf Johann Casimir, zogen sich um soeher von ihm zurück, als die Lehren Calvins, zu welchen Gebhard sich bekannte, ihnen fastverhafster waren, als der Katholicismus. So blieb ihm nur noch ein zusammengelaufenerHaufe von Braunschweigern, Holländern und Söldnern aus allen Ländern.
Zwar war Herzog Wilhelms Staatswirthschaft sehr zerrüttet, dennoch brachte er leicht4000 bis 5000 Mann zusammen, damit die Wahl seines Sohnes auf den Sitz von Köln zuverfechten.
Sein älterer Sohn Ferdinand (aus dessen Ehe mit der Rentschreiberstochter Maria Petten-bekin die Freiherren von Wartenberg stammen) führte sie an, und verstärkte sein tapferesHäuflein durch die Vereinigung mit den treu gebliebenen Kölner Truppen und mit einigenHaufen Spanier und katholischer Rcichsvölker. Er umlagerte den Godesberg. Seine Auffor-derung wurde von den Belagerten mit Hohn und Spott beantwortet. Das mit unsäglicherMühe auf einen nahen Hügel gebrachte Geschütz hatte wenig oder gar keine Wirkung. Esgelang aber der unermüdeten Beharrlichkeit, einen Thcil des Schlofses zu untergraben. Amhellen Mittag erfolgte der Ausbruch. Ein Theil der Mauern lag im Schutte, der gröste Thurmhei. Noch in der Bresche wehrte sich die Besatzung, wurde jedoch überwunden, und musteüber die Klinge springen (29. Dezember 1583).
Nach der Erstürmung des Godcsberges wurde Bonns Belagerung um so strenger betrieben,Heinrichs von Braunschweig Entsatz bei Siegburg geschlagen. Die Landsknechte öffnetenBonn, und lieferten ihre Häupter, Karl Truchsefs von Waldburg, Christoph Beuye und Baltha-sar Cochmeer, den Baiern aus (29. Januar 1584). Noch ein Mal, beim Flecken Burg, thatenGebhards Söldner verzweifelten Widerstand.
An vielen Wunden verblutend, wurde Heinrich von Braunschweig gefangen und vor Fer-dinand gebracht. Der Krieg war aus und nirgend mehr ein Feind. Gebhard floh zum Prin-zen von Oranien nach dem Haag. Vergeblich ging Agnes nach England, der Königin Elisa-beth mächtigen Beistand zu erflehen. Siebenzehn Jahre überlebte Gebhard seinen Fall, undstarb in Armut 1601 zu Strafsburg, wo er früher Domdcchant war.
Seitdem blieb die Kur Köln beinahe durch zwei Jahrhunderte ununterbrochen bei Baiernund von 1623 bis 1777 hatte das Haus Wittelsbach, wie nie ein anderes, drei Kuren desDeutschen Reiches. Pfalz, Baiern und Köln.
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