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MÜNCHEN. — EINLEITUNG.
Erfüllung! Vergebens verordnete er in demselben Jahre, als Tyrol vom Hause Bölimen-Luxemburg wieder an Baiern heimkehrte (1341), dafs Nieder- und Oberbaiern fortan EinLand heifsen und für ewige Dauer ungctheilt bleiben sollten.
Nach seinem Tode fielen bald wieder Ober- und Niederbaiern aus einander. Neue Thei-lungen zogen neue Verwirrungen, neue Verlegenheiten und Unglück auf Deutschland, bis fürBaiern eine feste Erbfolge, auf Untheilbarkcit des Landes gegründet, einen geregelten undRuhe gewährenden Zustand herbeiführte.
Es war auf dem gemeinen Landtage zu München im Sommer 1506, dafs Albrecht wieder,zum ersten Mal seit Kaiser Ludwig, alle Baiern, vom lim bis zum Lech, und von dem Allgäubis an und über die Donau, um sich versammelt erblickte. Dort übergab am 8. Juli 150GHerzog Wolfgang freiwillig und feierlich all seinen Anspruch auf Mitherrschaft in den altenund neuen Landen. Albrecht sollte allein herrschen, das Land Baiern Eines und unzertrenn-lich sein, das Recht der Erstgeburt fortgehen in der Erbfolge zum Herzogthumc von Sohn zuSohn auf ewige Tage. Die Nachgcborncn sollten nicht Herzöge, sondern nur Grafen vonWitteisbach heifsen, und sobald sie grofsjährig würden, mit vollendetem achtzehnten Jahre4000 Rheinische Gulden beziehen.
Nur zwei Jahre überlebte der tugendreiche Fürst sein heilsames Werk. Er hat 43 Jahre,inmitten schwerer Zeiten und harter Drangsale, über Baiern geherrscht, und ist am 18. März1508, 63 Jahre alt, gestorben.
Der merkwürdige Gegenstand ist dargestellt von Philipp Schiigen aus Osnabrück; gegenüberdas Sinnbild der Weisheit, nach W. Kaulbachs Zeichnung, von Ph. Volz aus Bingen. DerSpruch oben an der Decke ist Albrechts des Weisen Sprichwort: „Gottes Wille geleitetzu Rath und That."
X.
DER KÖLNISCHEN BURG GODESBERG ERSTÜRMUNG DURCH DIE BAIERN 1583.
Kaum ging der grofse Reichstag von Augsburg zu Ende (1582), als das durch die Refor-mation ohnehin entzweite Deutschland von Neuem aufgeregt wurde.
Vor fünf Jahren war der Prälat Gebhard Truchscfs von Waldburg, trotz heftigen Wider-spruchs, zur Würde eines Kurfürsten und Erzbischofs von Köln und Reichs-Erzkanzlers ge-langt. Er zeichnete sich durch schöne Gestalt, Kühnheit und manche ritterliche Tugend aus,nicht ebenso durch Reinheit der Sitten. Kaum war er im Besitze seiner einflufsrcichen Würde,als ein anmuthvolles Chorfräulein der Abtei Girreshcim, Agnes Gräfin von Mannsfeld, seinganzes Tichten und Trachten in Anspruch nahm. Auf der Reise zu ihren Anverwandten indas Eichsfehl, kam Agnes zum ersten Mal in seine Nähe, mit ihrer Schwester Maria und de-ren Gemahl Peter Ernst Baron von Kreichingen. Gunst des Zufalles, List, Gewalt, Bitte undDrohung, thaten wechselsweisc das Ihrige, Agnes zu bethören. Die Verführung blieb keinGeheimnis, und wüthend drangen ihre Brüder darauf, die Schmach im Blute der Schwesterund Gebhards zu rächen, wenn er nicht die protestantische Lehre annähme, und die Schandeder Schwester durch schleunige Ehe tilgte: — und der zweite -Kirchenfürst des Reichs be-kannte sich am 1"9. Dezember 15S2 zur reformirten Lehre, und liefs sich anderthalb Monatedarauf mit Agnes Gräfin von Mannsfeld öffentlich trauen. Vergeblich waren des Papstes