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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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WANDGEMÄLDE IN DEN ARKADEN.

Dringend baten sie ihren Herzog, an einem sichern Orte seiner zu schonen. Er aber hubsich unwillig in den Bügeln, schwang das Schlachtschwert hoch, und schrie überlaut, dafsRitter und Reisige es vernahmen:Heute bleib ich bei meinem Volk, lebendig oder todt!"Die Bairischen Ritter sjjrengten jetzt ungeduldig vorwärts, das Fufsvolk stürzte mit Schlacht-gesang gegen die Wagenburg; der Wolf von Schaumburg führte die Böhmischen Brüder insGefecht.

Der Bairischen Reiter Anstürmen war so stark, dafs sehr bald das Banner von Tübingenwankte, in der Hand des jungen Grafen von Würtemberg. Seine Reiter rifsen aus. DerReichsvölker Flucht ward allgemein, und nicht viel über 100 konnten erschlagen oder gefan-gen werden. Von Ludwigs Streitern dagegen wurden gleich anfänglich bei Bestürmung derWagenburg 132 erschofsen und erstochen, darunter drei von Adel, der IIautzenberger, derBiederer und der von Florstädt, ein Österreicher. Alsbald war die Wagcnburten durchbrochen. Vergebens suchte der Achilles sein hin und her wogendes Fufsvolk vonder Flucht abzuhalten. Er selbst, der so berühmte Ritter, rief endlich voll Ingrimm undSchmerz:Lieben Söhne, fliehet nach Giengen!" So geschah es, und die Flüchtigen schlugeneilends die Thore hinter sich zu. Mit Siegeszeichen aller Art kehrte Ludwig heim.

Die Schlacht von Giengen geschah am 19. Juli 1462, an einem schönen, heifsen Sommer-morgen. Das Schlachtbild ist von Wilhelm Lindenschmidt aus Mainz gemalt; das Sinnbild desReichthums gegenüber, von Philipp Volz aus Bingen, nach Wilhelm Kaulbachs Zeichnung.

HERZOG ALBRECHT IV. GRÜNDET DAS RECHT DER ERSTGEBURT IN DER REGENTEN-FOLGE BAIERNS 1506.

Im Hause Habsburg hatte schon der weise Gründer Rudolf Einheit und Untheilbarkcit drin-gend empfohlen. Sein eigenwilliger Sohn Albrecht hatte diese Einheit so starr beachtet, dafsJohann von Schwaben, sein Neffe, dem er sein Erbland vorenthalten, ihn deshalb erschlug.Welche Kraft entwickelte nicht sein Sohn Friedrich der Schöne, weil seine Brüder, beson-ders Leopold, ihren Stolz darin setzten, seine treuesten Diener zu sein, und seine mächtigstenHauptleute! Einer derselben, Albrecht der Lahme, des Hauses zweiter Ahnherr, sicherte je-nen Grundstein des Wachsthums und der Macht, durch eine fast gleichzeitig mit Karls IV.goldner Bulle gegebene Hausordnung. Doch seine Weisheit blieb nicht einmal seinen Söh-nen: Leopold, der jüngste, zwang die Brüder zur Theilung; und seine Söhne, Leopold derStolze, der Schöne Wilhelm, Ernst der Eiserne und Friedrich mit der leeren Tasche, thciltenabermals. Um diese Thcilungen und um die Vormundschaften geschahen Gewaltsfreiche vonVielen, Gräuel aber durch Leopold den Stolzen und Albrecht VI., wie sie in der Geschichteder Welschen Freistaaten nicht ärger vorkommen. Endlich siegte der Zufall. Das ganze zahl-reiche Haus starb schnell zusammen, bis auf Kaiser Max und bis auf seinen einzigen Sohn,den Schönen Philipj). In ihre Hand und in die von Philipps Söhnen, fiel zusammen die »'anzcMacht von Osterreich, das Erbe Burgunds, Spaniens und der neuen Welt, sammt den durchdie Mohatser Türkenschlacht verwaiseten Kronen Ungarns und Böhmens.

Dagegen Ludwig der Baier, als er die Krone erhielt, war nicht einmal in Obcrbaiern allei-niger Herr, und seine weise Haussalzung von Pavia ging auch nicht einen Augenblick in volle