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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN. EINLEITUNG.

in Nürnberg und Markgrafen zu Brandenburg, wegen seiner Stärke und seines Löwenmutiisspäterhin Acliilles genannt.

In Ludwig offenbarte sich von früher Jugend ein hohes Gemüth. Bis zum dreifsigslen Jahrewiderfahr ihm solche harte Behandlung von dem Vater; zur Regierung gelangt, sorgte er so-gleich nachdrücklich für die Wohlfahrt seines Volkes. Seine Hochzeit mit der SächsischenAmalie war ein berühmtes Fest.Der Reiche" hiefs er, wie Heinrich sein Vater und seinSohn Georg. Gewiss selten, dafs dieser Beiname so aushält, wie hier bei drei Fürsten nacheinander durch ein volles Jahrhundert.

Er erneute alte Ansprüche aus der Hohenstaufischen Erbschaft auf die damals freie Reichs-stadt Donauwörth. Rasch und unerwartet erschien sein Vortrab unter dem Ahaimer und Tör-ringer am frühen Morgen den 20. Octobcr 1458 vor der Stadt. Sein Heer zählte 12,000 Mannzu Fufs, 3500 zu Ross. Die Stadt ergab sich ihm friedlich: der Reichsadler ward abgerifsen,und statt seiner zierten Bairische Rauten die Thore.

Kaiser Friedrich III. erklärte hierauf den Herzog, als Friedensbrecher imd Reichsfeind, indie Acht. Auch sein Jugendgespicle, Vetter Albrecht Achilles, fiel von ihm ab. Doch blie-ben ihm noch Freunde genug, und zwar die besten, durch jenen Abfall um so inniger ver-bunden, unter ihnen Pfalzgraf Friedrich, auch der böse Fritz genannt (von welchem, aus derschönen Klara von Detten, die Löwensteine stammen), der König von Böhmen, Georg vomHause Podiebrad-Cunstadt, und Erzherzog Albrecht, seines Bruders, des Kaisers Friedrich,bitterster Feind.

Die Kurfürsten waren meist einig, den Kaiser abzusetzen, und Ludwig oder Podiebrad anseiner Statt zu wählen: aber ein Schattenkaiser blieb ihnen zuletzt doch lieber, als ein kraft-voller Held. Wenig fehlte, und Donauwörths Unterwerfung an Baiern gab das Zeichen zueinem allgemeinen Reichskriege: 150 Jahre später ward sie das Signal zum 30jährigen Kriege.

Dies Mal vermittelte noch der Papst. Zu Nürnberg erging der sogenannteblinde Schied-spruch." Ohne in Baierns Rechte einzugehen, sprach der Eichstädter Bischof Hans Donau-wörth wieder dem Reiche zu. Jetzt aber entspann sich eine ernstliche Fehde, in welchersich dem Achilles anschlofsen: die Bischöfe von Mainz, Metz, Speyer, Eichstädt und Bamberg;die Fürsten von Sachsen, Brandenburg und Baden, die Grafen von Ottingen, Würtcmberg,Nassau, Leiningen, Henneberg, Wertheim, Pappenheim; ja selbst die Vettern von Veldenz.Am eifrigsten war die Hülfe der Reichsstädte, 32 an der Zahl.

Ludwig durchzog sieghaft das Schwäbische Donauland, und nahm harte Rache an Ulm.Selbst Kirchen und Klöster fanden keine Schonung. Alles wünschte den Frieden. UnterUlms Mauern hatte Achill eine neue Macht gesammelt. Mit dieser ängstigte er Heidenheim.Die Besatzung rief ihren Herrn um Hülfe aus seinem Lager bei Lauingen. Ludwig rückteherbei, und traf den Achill auf den Höhen vor der Reichsstadt Giengen, beschäftigt, eine starkeWagenburg zu schlagen. Nur kurz ruhte Ludwigs Heer. Bald war das Zeug zum Streitegerüstet. Ludwig, im Vorgefühle des Sieges, rief die Tapfersten um sich, schlug bis 40 Her-ren von Adel zu Rittern, und schalt sie scherzendWagenritter," auf die nahe Wagenburgdeutend. Ludwigs Vortrab machte, mit 500 Reitern, das Rennfähnlein mit den weifsen undblauen Rauten, in der Faust Heinrichs von Gumpenberg. Ihm folgte das Hauptbanner, dieBairischen Rauten und der Pfälzische Löwe, geschirmt von Jöry Törringer, Hans von Ebran,Heinrich Maroldinger und Friedrich Pienzenauer. Wolfgang von Hohenkammer trug die Her-zogsfahne vor Ludwig her; die Prcysinger, Törringer, Fraunhofer, Frauenberger ritten daneben.