WANDGEMÄLDE IN DEN ARKADEN.
In Böhmen zeigte sich bei der Königswahl, nach Albrechts Tode, ein lebhafter Zwist zwi-schen dem hohen und niedern Adel. Das Unrecht an Elisabeths Sohn, Ladislaw Posthu-mus, fand wenig Beachtung auf der Versammlung zu Melnik (15. Dezember 1439).ser Siegmunds Witwe, jene von ihm und von Albrecht lange verhaftete Barbara von Cilly,erröthete nicht, gleich ihrer Tochter Elisabeth, dem jungen Könige von Polen, Wladislaw,ihre Hand, und damit den Beitritt der utraquistischen Partei und das Böhmenreich, zu bieten.Fast der einzige Kanzler Prokop von Rabenstein führte das Wort für Elisabeth und für ihreWaise.
Endlich zu Prag auf dem Hradschin an St. Wenzels Grabe (im Januar 1440) gönnten dieMeisten dem alten Ulrich von Rosenberg das Wort. Vollen Beifall fand seine Richtung derKönigswahl auf Albrecht, Herzog von Baiern, wegen des Adels seines Blutes, wegen derNähe seines Landes, wegen seiner Kenntnis Böhmens und der Böhmischen Sprache.
Zdenko, der Burggraf zu Tciuitz, unterrichtete Albrecht durch seinen Hofmeister Franz vonSedlitz von der Zuneigung der Böhmen und deren Antrag.
Albrecht erklärte sich anfangs geneigt, die ihm gebotene Krone Böhmens anzunehmen, ob-gleich eine der ihm gesetzten Bedingungen, die Aufrechthaltung der Freiheiten des Kelches,anfänglich grofses Bedenken bei ihm erregte.
Zu Gesandten ernannten die Böhmen aus den Grofsen des Reichs die beiden sieghaftenBeendiger des Hussitenkrieges, Heinrich Ptarczek von Pirkstcin und Mcinhard von Neuhaus, Ul-richen von Rosenberg und den nachmaligen König Georg Podicbrad; vom Ritterstand aberund mindern Adel: Hannsen Smirziczky, Hartwig Prussinowski, Bohuslaw Kostka von Postu-pitz, Wenzeslaw Imrzlik von Sweyssin und Andere. Vorausgehen sollten Jaroslaw, Plichtavon Zierotin (ein Enkel dessen, der in der Amplinger Schlacht umgekommen) und der be-rühmte Johann von Paczow.
Aber als es zur Entscheidung kam, schlug Albrecht dennoch Böhmens Krone aus. Er er-kannte, König Albrecht habe einen Sohn hinterlafsen, und dem miifse das väterliche Erbebleiben. Eine Krone erringen, die einem Andern gehört, sei Verlust, nicht Gewinn, und Rauban Witwen und Waisen sei dem Himmel und den Menschen gleich verhafst.
So geschah es, dafs zweimal Baierns Aussichten auf Böhmen vereitelt wurden: 1440 nachdem Tode Albrechts IL wegen der vorherrschenden Utraquisten, und 1526 wegen der mäch-tig um sich greifenden Reformation.
Beide Male lag der Grund in religiösen, gewifsenhaften und edlen Antrieben.
Das Bild ist von Georg Hiltcnsp erger aus Haldcnwang im Allgäu.
VIII.
HERZOG LUDWIG DES REICHEN SIEG BEI GIENGEN 1462.
Herzog Ludwig der Reiche, Sohn des Herzogs Heinrich von Landshut und der Margarethavon Österreich (Kaiser Albrechts II. Schwester), hatte einen ebenso geizigen als harten Vater.Dieser hielt ihn und seine Mutter im Tlmrme zu Burghausen, wo sich auch seine Schätze be-fanden. Von Erziehung und Ausbildung war wenig oder gar nicht die Rede. Selbst der Un-terhalt und die Kleidung waren dürftig, und das einzige Vergnügen Ludwigs war die Gesell-schaft seines Vetters und nachmaligen strengen Widersachers, Albrechts des Zollcm, Burcffrafen