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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN.

EINLEITUNG.

gefiel seine schlanke wohlgebildete Leibesgcstalt, sein lebhaftes Antlitz mit blauen Augen,blonden Haaren, gebogener Nase, rundem Kinn, und stets freundlich lächelndem Munde.

Wenige Tage darnach gebar die Kaiserin einen Sohn, Ludwig den Römer. Am 14. Aprilendlich entsetzte der Kaiser förmlich den Papst Johann, an dessen Statt Nicolaus V. erwähltwurde. So schien Ludwigs Glück auf seinem Gipfel: es hatte seinen Wendepunkt erreicht.

Aufruhr und Meuterei erhüben sich allerwärts gegen ihn. Castruccio selber verliefs ihnund starb bald. Nachdem Ludwig Rom verlafsen hatte, besetzte er Pisa, und umstellte Flo-renz vergebens. Zu Trient vernahm er Friedrich des Schönen Tod (13. Januar 1330), sowie die feindlichen Absichten der Brüder des Verstorbenen gegen Baiern. Dies entschiedseine Heimkehr.

Kein noch so hartes Opfer konnte den Papst versöhnen. Auch Clemens VI. that ihn 1346in den Bann, und brachte es dahin, dafs fünf Kurfürsten den Böhmischen Königssohn Karlvon Luxemburg zum Römischen König wählten. Gleichwohl würde Ludwig, dessen Machtdurch die Erwerbungen von Tyrol (1342) und Holland (1345) bedeutend stieg, sich behauptethaben, allein er starb 1347: ein muthiger und gemüthvoller Fürst seiner Zeit, und für Baiernein rechter Vater des Vaterlandes.

Die Kaiserkrönung hat Hermann Stilke aus Berlin gemalt; das Sinnbild des Überflufses ge-genüber ist von Karl Schorn aus Düsseldorf.

VII.

ALBRECIIT, HERZOG VON BAIERN, SCHLÄGT BÖHMENS KRONE AUS 1440.

Als Kaiser Siegmund (9. Dezember 1437) starb, waren, durch seine Erbtochtcr Elisabeth,dem Albrecht IL von Österreich drei Kronen zu Theil geworden: die Römisch-Deutsche unddie von Ungarn und Böhmen. Durch Albrechts frühzeitigen Tod (27. October 1439) warensie aber auch schon wieder verwaiset. Erst vier Monate später (22. Februar 1440) gebarseine Witwe den Ladislaw Posthumus.

Die Reiche Ungarn und Böhmen waren durch Kaiser Siegmunds leichtsinnige und gewalt-thätige Herrschaft in höchster Verwirrung. Hufsens Scheiterhaufen setzte von den Karpathcnbis in den Odenwald Alles in Flammen. Nach Verlauf von 19 Jahren, voll der empörend-sten Grausamkeiten, bewilligte endlich das Baseler Concilium das Abendmahl unter beiden Ge-stalten.

König Albrecht hatte Tausende, die nicht seines Glaubensbekenntnisses waren, den Flammenüberleben. Der tödtliche Hafs ging über auf seinen noch ungebornen Sohn.

Albrechts schwangere Witwe, Elisabeth, ihren Österreichischen Vettern Friedrich und Al-brecht IV. wenig Gutes zutrauend, verlobte sich, auf den Rath des tapfern Johann HunnyadiCorvin, dem' 16jährigen Wladislaw, König von Polen, um Polen und Ungarn zu vereinigen,zur Rettung des in den letzten Zügen liegenden Konstantinopels und zur Vormauer der ge-sammten Christenheit. Als Elisabeth aber, nicht, wie sie gedacht, eine Tochter, sondern einenSohn gebar, empfing dieser, wenige Monden alt, Ungarns Krone. Der König von Polen wurdegleichwol auch zum König von Ungarn ausgerufen, und behauptete sich, während Elisabethmit ihrem Säuglinge zum Kaiser Friedrich HI. nach Wienerisch-Neustadt floh, bis Wladislaw(10. November 1444) in der Schlacht bei Varna wider den Sultan Amurath das Leben verlor.